Thursday, 27.07.2017

Theaterstück Leben

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Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück: Es kommt nicht darauf an, wie lang es dauert, sondern wie interessant es ist und wie gut es gespielt wird.

An diesen Satz von Seneca musste ich bei einer zufälligen Beobachtung denken, die mich überraschte und mir nicht gefiel:

Die feste Freundin meines besten Freundes geht fremd.

Das wurde in den vergangenen Tagen zur Gewissheit.

Und er, mein Freund, war und ist arglos und ahnungslos.

Welche Rolle würde ich in diesem Drama, in diesem beliebten Stoff der Filme und Theaterstücke spielen müssen – eine Rolle, die ich lieber nicht angenommen, sondern ausgeschlagen hätte, als sie echtes Leben wurde?

Bin ich als Freund verpflichtet, ihm die Augen zu öffnen und damit vielleicht zu riskieren, dass er unsere Freundschaft in Frage stellt, oder muss ich gerade als Freund den Mund halten und den Vertrauten seit Kindertagen schonen? -

Petzer oder heimlicher Mitwisser werden ist die Frage.

Oder sollte ich der Freundin meines Freundes offenbaren, dass sie aufgeflogen ist, ich Bescheid weiß und ihr abverlangen, dass sie beichtet?

Ich muss

im Theaterstück Leben eine möglichst richtige Entscheidung fällen.

Am Wochenende stehe ich dem Freund wieder Auge in Auge gegenüber.

 



1 Kommentar

  1. Schwarz sagt:

    Man wird zu schnell alt und zu spät g’scheit.

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