Ein Bad für Teppiche und Möbel
Nur für ein paar Tage war ich Ende September/ Anfang Oktober letzten Jahres zum Entspannen an die Ostsee gefahren, um auf einer Insel zur Ruhe zu kommen. Da die meisten Urlauber um diese Jahreszeit schon wieder abgereist waren, traf ich auf gute Voraussetzungen dafür, dass mein Wunsch nach Abgeschiedenheit und ungestörtem Erleben der Natur in Erfüllung gehen könnte, viel bessere als im Sommer.
Mein Handy hatte ich nur für den Notfall mitgenommen und alle Verwandten und Bekannten darum gebeten, mir Einsamkeit zu gönnen statt allgegenwärtiger Klingeltöne.
Aber dann kam er, dieser Anruf, mit dem ich nicht gerechnet hatte: Zu Hause, zwei Etagen über meiner Wohnung, war es zu einem Wasserschaden größeren Ausmaßes gekommen. Hinter den Fliesen im Bad war etwas kaputtgegangen, als keiner zu Hause war, der es hätte sofort bemerken können. So stürzten regelrechte Wassermassen nach unten und zwangen Teppiche und Möbel gleich in mehreren Etagen zum Baden.
Es folgten Wochen voller Nässe und Geruchsbeeinträchtigung mit viel Aufregung, mit Zeitverlust durch Begehungen und Schadensbegutachtungen, mit manchmal unerträglicher Lärmbelästigung durch Tag und Nacht laufende Trocknungsgeräte und anschließend nochmals nicht enden wollenden Einschränkungen der Wohnqualität durch laufende Handwerkerarbeiten.
Aber das Glück im Unglück war: Der Hauseigentümer hatte eine Gebäudeversicherung und ich eine Hausratversicherung. Der Versicherer des Hausbesitzers bezahlte alle von diesem in Auftrag gegebenen notwendigen Sanierungsarbeiten und entschädigte auch die Mieter für ihren Ärger und Verdruss. Und mein Hausratversicherer kam schließlich für alle persönlichen Schäden an muffigen, gewellten Teppichen und den Möbeln auf, die ihr Furnier verloren hatten oder aufgequollen waren.
