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Nicht alles hinausposaunen

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Am Anfang des Kennenlernens, zu Beginn einer Beziehung, werden Schwächen und besondere Eigenheiten besser versteckt als hinausposaunt.

Um zu imponieren und zu erobern, ist eine anfängliche Maskerade kein Betrug – eher ein gut passendes  Kostüm – zugeschnitten auf die Erwartungen des anderen und auch ein bisschen zum Hineinwachsen, (wenn etwas Ernsteres und Längeres daraus werden könnte). Ebenso ein Schutz vor Verletzungen.

Wenn beispielsweise eine nicht gerade sportliche Sie an einen Fußballfan gerät, der sie brennend interessiert, wird sie ihn für sich einnehmen, wenn sie sich auch mit dem befasst, wofür sein Herz schlägt, wenngleich diese Männerleidenschaft sie bisher langweilte. Im besten Fall betritt sie damit zugleich eine Welt, die in ihrer Fremdheit anregend wie der besondere Mann ist.

Und sie wiederum wird ihren Diabetes erst offenbaren, wenn Vertrauen gewachsen ist, wenn sie spürt, dass er mit diesem Wissen behutsam umgehen und sie nicht kränken wird.

Denn auch in einer beginnenden Partnerschaft gilt: Man kommt sich nur näher, wenn man sich nicht zu nahe kommt.

Das Foto verdanke ich Neil Pardington. Die Anregung zu diesem Beitrag gab mir der Artikel “Liebe ist ein Kostümfest” von Silvia Feist, veröffentlicht in “emotion” 11/08.

Dienstag, den 27.10. 2009

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