Richtig leben
Weise Lebensführung gelingt keinem durch Zufall. Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll (Seneca).
Das Foto der Installation zum modernen Leben von Johanna Hullár fand ich bei Slanted.
Sonntag, den 28.2.2010
Weise Lebensführung gelingt keinem durch Zufall. Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll (Seneca).
Das Foto der Installation zum modernen Leben von Johanna Hullár fand ich bei Slanted.
Sonntag, den 28.2.2010

Was gibt es nicht alles für Möglichkeiten beim modernen Wohnen und Leben!
Für den einen bedeutet modernes Wohnen beispielsweise, einen verrückten Tisch im Wohnzimmer zu haben, der gleichzeitig ein Bücherregal ist, für den anderen bedeutet modernes Leben, zu entschleunigen und in der sich schnell verändernden Welt bewusst Traditionelles in Blick zu nehmen und zu bewundern.
Den verrückten Tisch fand ich bei Stylespion, das untere Foto schoss ich auf Traditionstour im letzten Herbst in Potsdam.
Mittwoch, den 24.2.2010
Er wurde 1816 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen als allgemeiner Feiertag zur Erinnerung an die Verstorbenen angeordnet.
Auch wenn wir im modernen Leben so tun, als hätte der Tod darin keinen Platz mehr, er tabuisiert wird wie nie zuvor, finde ich es um unseres Lebens willen wichtig, ihn wenigstens an einem solchen Tag im Jahr nicht auch zu verdrängen.
Mit ein paar weisen Sätzen könnte man den Gedanken an den Tod einmal vorsichtig heranlassen:
“Die Menschen fürchten den Tod, so wie die Kinder das Dunkel fürchten” (Francis Bacon).
“Wahrscheinlich ist keine Menschheit je dem Tode gegenüber so ratlos gewesen wie die heutige” (Carl Friedrich v. Weizsäcker).
“Nicht nur einen Tod gibt es, der uns dahinrafft, ist nur der letzte” (L. Annaneus Seneca).
“In den meisten Fällen ist die Todesursache eines Menschen sein Leben” (Voltaire).
Ich zitierte aus “Lebensweisheiten berühmter Philosophen”, herausgegeben von Stefan Knischek in der Humboldt Verlags GmbH, Baden-Baden.
Sonntag, den 22.11.2009

Eigentlich wollte ich eben über ein ganz anderes Thema schreiben. Doch dann schneite mir ein Feed ins Haus, das mich meine heutigen Absichten über den Haufen werfen ließ.
Denn Clemens Poloczek beantwortet Fragen und lässt in seine Wohnung schauen.
Er ist der Mann, der in “seiner Freizeit auf iGNANT über Design, Fotographie, Kunst und Typographie” schreibt und auf meiner persönlichen Liste der deutschen Blogcharts den 1. Platz belegt.
Was er in seinem Blog veröffentlicht, ist nach meiner Überzeugung eine sehr sehens- und erlebenswerte Annäherung an die Vielfalt, die Fülle, aber auch die Zwiespältigkeit und die Zerrissenheit des modernen Lebens. Was er einfängt, regt zur Auseinandersetzung an.
Mein Blog und meine Leser profitieren von dieser wiederholten Begegnung mit dem Design, der Fotografie und der Kunst auf iGNANT.
Deshalb ist es mir eine Freude, meinen Lesern über das Interview “15 + 1″ und Fotos daraus (von Kai Müller, Betreiber von StyleSpion) einmal etwas Persönliches von Clemens Poloczek weiterzugeben und ihm selbst danke zu sagen.

Samstag, den 21.11.2009
Unser Leben, auch unser modernes, ist nicht mehr und nicht weniger als ein ständiger Ruf, vielleicht sogar Schrei nach Zuneigung, nach Wertschätzung, nach zwischenmenschlicher Anerkennung, nach funktionierenden Beziehungen – entdeckten amerikanische Neurobiologen.
Zu ihrer eigenen Überraschung und wider Erwarten fanden sie heraus, dass an zentraler Stelle, im Mittelhirn, unsere Motivations- oder Belohnungssysteme lokalisiert sind, die bei Aktivierung das Hormon für Wohlbefinden ausschütten – Dopamin.
Die Aktivierung geschieht über eine besonders enge Verschaltung mit den Nervenfasern der Emotionszentren jedesmal dann, wenn das Gehirn etwas wahrnimmt, etwas ausfindig macht, das sich lohnt.
Mittels funktioneller Kernspintomografie an Müttern, Verliebten und anderen (sowie durch Nachweis erhöhter Konzentrationen von Oxytozin in bestimmten Situationen) deckten sie auf, unser Herz schlägt höher, im Mittelhirn verändert sich etwas, sobald andere Menschen ins Spiel kommen.
Denn wir sind auf Bindung geeicht, wir werden erst diejenigen, die wir im günstigsten Fall werden können, wenn wir Zugewandtheit, Anerkennung und Vertrauen erfahren. Diese Erfahrungen sind der “neurobiologische Treibstoff” für eine optimale Entwicklung und ein erfülltes Leben.
Die Informationen fand ich in einem Artikel von Joachim Bauer unter dem Titel “Beziehungen: Der Motor unseres Lebens”, in “Psychologie heute” von Oktober 2006.

Das untere Foto über das Ende einer Beziehung stammt von Mark Jenkins.
Dienstag, den 20.10.2009
Nacht, 100 000 Menschen, Kerzen und vielfältige Lichtinstallationen, Straßentheater.
Freude angesichts der 20 000 Kerzen vor der Oper und des übervollen Augustusplatzes – Beklemmung gleich darauf beim Anblick der starren, hoffnungslosen Menschen mit leblosen Augen auf mehreren Podesten.
Flüchtlinge dort, wo 1989 die Kampfgruppen standen, um zu verhindern, dass Demonstranten zurück in die Innenstadt konnten, Kampfgruppen, die bereit waren zum Waffeneinsatz gegen das eigene Volk.
Ich konnte nicht anders, ich musste mir beim Laufen in der schweigenden Menge meine letzten 20 Jahre ohne den friedlichen 9. Oktober 1989 vorstellen, mein Leben, mein modernes Leben, in einer Diktatur, ohne jeden Ausweg, vielleicht nach einer “chinesischen” Lösung, mit Einsatz der an diesem Tag bereit stehenden 8 000 bewaffneten Polizisten, Soldaten der NVA und Angehörigen der Kampfgruppen.
Ich wurde von Schritt zu Schritt dankbarer für das Wunder vom 9. Oktober 89, als Kerzen die Mächtigen unfähig zur Gewalt machten …
Fotos: Das eindrückliche Straßentheater machte das polnische KTO – Theater aus der Partnerstadt Krakau möglich (1. Foto), Animationswand am ehemaligen “Blauen Wunder” (2. Foto), ehemalige Werbefläche für Propagandabotschaften der DDR-Regierung (3. Foto), sich erinnernde Menschen auf dem Augustusplatz Leipzig 2009 (4. Foto), ein Teil der 20 000 Kerzen, die insgesamt den Schriftzug 89 ergaben (5. Foto).
Bei der LVZ online können Interessierte sich die Lichtinstallationen insgesamt ansehen.
Leipzig, den 10.10.2009

Ist es manchmal eine gerade noch gebändigte Schlange? Manchmal ein Wartesaal oder etwas zum Davonlaufen?

Manchmal ein gnadenloser Scanner oder gleich der OP, in dem Dir herausgeschnitten wird, was Du unbedingt behalten willst? 
Ist es eine “Wunderkammer”, ein Sammelsurium von allem, was Du liebst oder etwas, das Du selbst über alles liebst?

Alle diese Fragen provozierten Neil Pardingtons “Sinnbilder” in mir.

Es ist gut, wenn diese Fragen gestellt werden – möglichst zu einer Zeit, in der Weichen noch anders gestellt werden können und hässliche Antworten nicht hässlich bleiben müssen …
Im Nerdcore Blog stieß ich auf die anregenden Fotos von Pardington, die Lust auf immer mehr Gehirnjogging machen.
Mittwoch, den 7.10.2009

Schrecklich, unerträglich – äußern flüchtend die einen.
Wunderbare Details, gekonnte Vielfalt loben die anderen, bleiben stehen, versenken sich in die Gemälde und verlieren sich (fast?).
Für mich sind die übervollen Bilder von Charlie Roberts große Kunst, weil sie auf kleinstem Raum symbolhaft modernes Leben einfangen: erdrückendes Überangebot von allem. Manche gewöhnen sich daran, andere scheitern an ihm …
Auf diese Malerei stieß ich im Blog “diskursdisko”. Noch mehr Eindrückliches vom Künstler ist hier zu finden.
Montag, den 21.9.2009