Liebe und Kunst
Liebe und Kunst umarmen nicht was schön ist, sondern was dadurch schön wird (Karl Kraus).
Sonntag, den 3.1.2009
Liebe und Kunst umarmen nicht was schön ist, sondern was dadurch schön wird (Karl Kraus).
Sonntag, den 3.1.2009

Meine Begeisterung für Kunst bekam heute einen erneuten Schub:
Denn beim Anblick von Kunst, die man als schön empfindet, lassen sogar Schmerzen nach, so dass man auf Gelonida oder andere Schmerzmittel verzichten oder sie zumindest reduzieren kann. Und es reicht, Schönheit im Kunstkatalog anzusehen, im Bildband oder im Internet.
Die Schmerzen wurden im Test mittels eines kurzen Laserimpulses ausgelöst. Bei hässlicher Kunst passierte nichts, bei schöner verringerte sich das Schmerzempfinden um ein komplettes Drittel. Und bei jedem berücksichtigte der Schmerz oder der nicht mehr vorhandene Schmerz den persönlichen Geschmack. Wer etwa Der Schrei von Edvard Munch noch schön fand, verlor seine Schmerzen deutlich, wer nicht, musste sie aushalten und sich möglichst an etwas anderem ergötzen.
Als beste Schmerzmittel bei den meisten Testpersonen taten sich Sternennacht von van Gogh und Geburt der Venus von Botticelli hervor.
In der Vorweihnachtszeit, in der Geschenke eine so große Rolle spielen, stelle ich mir deshalb gern vor, was Kunst, wenn sie das Wunder der Schmerzbekämpfung vollbringen kann, darüber hinaus noch alles bisher Unentdeckte vermag.
Das schöne Foto oben zeigt eine Straßeninstallation von Mark Jenkins in Malmö – Kunst, die mich persönlich neben vieler anderer besonders in ihren Bann zieht, wohl weil sie Schönheit und Sinnbildlichkeit vereint, mich ins Nachdenken bringt und mir zu ganz neuen Blickwinkeln verhilft. Den Forschungsbericht las ich am Nachmittag (und probiere das Wissen daraus im Moment gleich gegen Viren), in Psychologie heute, Februar 2009, S. 59.
Samstag, den 19.12.2009

Eigentlich wollte ich eben über ein ganz anderes Thema schreiben. Doch dann schneite mir ein Feed ins Haus, das mich meine heutigen Absichten über den Haufen werfen ließ.
Denn Clemens Poloczek beantwortet Fragen und lässt in seine Wohnung schauen.
Er ist der Mann, der in “seiner Freizeit auf iGNANT über Design, Fotographie, Kunst und Typographie” schreibt und auf meiner persönlichen Liste der deutschen Blogcharts den 1. Platz belegt.
Was er in seinem Blog veröffentlicht, ist nach meiner Überzeugung eine sehr sehens- und erlebenswerte Annäherung an die Vielfalt, die Fülle, aber auch die Zwiespältigkeit und die Zerrissenheit des modernen Lebens. Was er einfängt, regt zur Auseinandersetzung an.
Mein Blog und meine Leser profitieren von dieser wiederholten Begegnung mit dem Design, der Fotografie und der Kunst auf iGNANT.
Deshalb ist es mir eine Freude, meinen Lesern über das Interview “15 + 1″ und Fotos daraus (von Kai Müller, Betreiber von StyleSpion) einmal etwas Persönliches von Clemens Poloczek weiterzugeben und ihm selbst danke zu sagen.

Samstag, den 21.11.2009

Solange Sie noch auf der oft schwierigen Suche nach der richtigen Kunst über Ihre bequeme Sitzinsel sind, können Sie die Natur hereinholen und an die Wände bringen.
Es wird möglich durch wasserdichte, atmungsaktive Taschen aus recycelten PET-Flaschen, die zusammen mit Düngerstäbchen das ideale Klima für Pflanzen schaffen und als Wolly Pockets – bepflanzbare Taschen immer bekannter werden.
Den Hinweis darauf und das Foto dazu fand ich im Tadenberg Blog, der Bezug nahm auf www.woollypocket.com.
Sonntag, den 18.10.2009

Schrecklich, unerträglich – äußern flüchtend die einen.
Wunderbare Details, gekonnte Vielfalt loben die anderen, bleiben stehen, versenken sich in die Gemälde und verlieren sich (fast?).
Für mich sind die übervollen Bilder von Charlie Roberts große Kunst, weil sie auf kleinstem Raum symbolhaft modernes Leben einfangen: erdrückendes Überangebot von allem. Manche gewöhnen sich daran, andere scheitern an ihm …
Auf diese Malerei stieß ich im Blog “diskursdisko”. Noch mehr Eindrückliches vom Künstler ist hier zu finden.
Montag, den 21.9.2009

Jeder mag es anders in seinem Wohnzimmer.
Etwas zum unbedingten Hinschauen, besonders für junge Leute, ist diese auffällige, ungewohnte Betonung mit Licht allemal. Nur das Portemonnaie wird in dieser Altersklasse das Leben in einer solch großen Wohnung mit erlesenen Couchgarnituren, Sesseln und beleuchteter Kunst noch nicht zulassen …
Ich fand diesen Traum für einige bei Unplggd unter dem Titel: “Inspiration: Stylish LED Lighting Underneath Furniture” und im Blog Nerdcore von René Walter.
Dienstag, den 8.9.2009
Design ist keine Kunst. Oder doch? Viel später zumindest?
Zur besseren Vermarktung trimmen manche Firmen ihre Designobjekte seit Jahrzehnten auf Kunst. Das stößt bei vielen seriösen Designern auf Widerstand. Sie halten diese sogenannte “Verkunstung für ein nicht akzeptables Styling” und das Unwort “Verkunstung” ist bei ihnen “ein Schimpfwort” geworden und geblieben.
Andererseits gibt es Form nicht ohne Ästhetik, nicht ohne das, was das Auge wahrnimmt und was wir als schön oder unschön empfinden. Oft gilt heute sogar, was als reiner Gebrauchsgegenstand geschaffen wurde, wie beispielsweise eine Liege von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand (1929) und manches andere, als Kunstwerk.
Das endgültige Urteil über das, was als Kunst gelten wird und was nicht, spricht die Zeit. Den Begriff “Verkunstung” prägte übrigens ein Philosoph, Theodor W. Adorno.
Ich zitierte aus Gerda Breuer “Die Erfindung des Modernen Klassikers – Avantgarde und ewige Aktualität”, erschienen im Hatje Cantz Verlag.

Donnerstag, den 25.6.2009

“Zu jeder Kunst gehören zwei: einer, der sie macht, und einer, der sie braucht.”
Dieser Satz stammt von Ernst Barlach. Ich zitiere ihn aus “Tausendmal in Gänsefüßchen – Aphorismen, Zitate, Gedanken + Einfälle”, gesammelt und herausgegeben von Herbert Theuerkauf, erschienen bei Koehler & Amelang . Leipzig, 1976.
Das Foto zeigt die historische Ansicht der Baumwollspinnerei, die sich seit den 90er Jahren zum international viel beachteten Kunstzentrum mit über 100 dort arbeitenden professionellen Künstlern und 11 ansässigen Galerien und nutzbaren Ausstellungsflächen wandelte.
Donnerstag, den 18.6.2009

Am kommenden Wochenende feiert die Leipziger Spinnerei ihren 125. Geburtstag.
Sie hat inzwischen Berühmtheit erlangt, weil auf dem großen Gelände über 100 Künstler arbeiten, unter ihnen so bedeutende wie Neo Rauch oder Matthias Weischer. Auch angesehene Galerien siedelten sich an. Sie alle nutzen die ehemals größte Baumwollspinnerei Kontinentaleuropas mit früher zeitweise bis zu 4000 Arbeitsplätzen alternativ, nachdem Anfang der 90er Jahre die Garnproduktion zum Erliegen kam.
Zur Jubiläumseröffnung am Sonnabend, den 20. Juni, kommt nun sogar die Bundeskanzlerin. Bestaunt werden kann eine erstaunliche Nutzungsvielfalt der gut erhaltenen historischen Bausubstanz auf riesiger Fläche. Es sind alle Galerien und Ausstellungsräume mit aktuellen Präsentationen ebenso wie beispielsweise der “Laden für Nichts” geöffnet.
Aber im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht die Gruppenausstellung “Werkschau”, die auf 2000 qm die neueste Kunst präsentiert, die in den über 100 Ateliers geschaffen wurde: Malerei, Fotografie, Graphik, Installation, Bildhauerei.
Diese Ausstellung wird dann bis 20. Juli geöffnet sein. – Ich lasse sie mir nicht entgehen. Ich hoffe, Sie auch nicht!
Übrigens startet am Sonnabend 21 Uhr dort auch eine Geburtstagsparty in der 2000 qm großen “Robotik-Kunstlandschaft” des Engländers Jim Whiting.
Mittwoch, den 17.6.2009
Nicht nur im Museum oder in einer Galerie hängen viele Kunstwerke neben- oder übereinander an der Wand. Auch zu Hause können uns gleich ein paar Bilder über der Couch erfreuen und eine große Wirkung entfalten oder unsere speziellen Vorlieben offenbaren.
Die Bilder richtig aufzuhängen und miteinander zu kombinieren will allerdings gekonnt sein.
Wenn man sich für eine Gruppe von Drucken oder Originalen entscheidet, wird die ideale Anordnung am leichtesten gefunden, indem man zunächst maßgetreue Schablonen aus Papier anfertigt und sie mit Reißzwecken in verschiedenen Zusammenstellungen an der Wand befestigt oder indem man wenigstens alle möglichen Arrangements mit den Bildern selbst auf dem Fußboden ausprobiert.
Nach der Festlegung darüber, wo ein Bild jeweils seinen Platz haben sollte, beginnt man am besten mit dem Aufhängen des mittleren Bildes in Augenhöhe und setzt die Prozedur von dort aus fort.
Überraschungen hinsichtlich der Wirkung der unterschiedlichen Kunst in vielleicht ganz verschiedenen Formaten sind dennoch nicht ausgeschlossen, wenn die Bilder erst hängen und in der Kombination als neue Einheit Eindruck machen.
Freitag, den 5.6.2009