Tuesday, 02.09.2014

Schämen auf dem Ledersofa?

Ledersofa-4.-7.

An der Uni Marburg wurde doch tatsächlich herausgefunden, dass der als entspannender Fernsehabend auf dem Ledersofa gedachte Tagesausklang leicht zu einem

Schmerzauslöser

werden kann.

Warum?

Sobald das Fernseh-Programm peinlich wird,

aktiviert es – obwohl wir nichts für seinen Inhalt können -, ein bestimmtes Hirnareal.

Dieser kleine Bezirk löst sofort Scham aus – unabhängig davon, ob wir das zulassen wollen oder nicht.

Wir schämen uns für die anderen, schämen uns fremd.

Deshalb wird diese Form der Scham stellvertretende genannt.

Aber die in Aktion versetzte Hirnregion ist zugleich das Zentrum für Schmerz

- für den speziellen Schmerz, den wir empfinden, wenn wir zusehen müssen, wie ein anderer körperlich leidet, sich vielleicht vor unseren Augen windet oder im Krankenhausbett nur noch kraftlos vor sich hinstöhnt.

Das erreicht uns, trifft uns, – direkt, ohne Vorwarnung -, macht uns unruhig, tut uns weh, wird unerträglich und

veranlasst uns, schnellstmöglich nach Auswegen, nach Hilfe zu suchen,

nach Tabletten zu wühlen, einen Arzt zu rufen oder tiefste Ohnmacht zu empfinden, wenn im schlimmsten Fall nicht geholfen werden kann.

Auch bei Scham durch ein nicht akzeptables Programm sollte umgehend gehandelt werden, Passiv-Zuschauen, Passiv-Zuhören, Weiterzappen schnell zum Ausschalten führen.

Sonst belasten die Stunden

auf dem großen, bequemen, schönen Ledersofa erheblich, statt zu entlasten und der Vorabend für einen guten, erlebnisreichen Tag zu werden.

 



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