Lifestyle ist für jeden etwas anderes, auch wenn die meisten bei diesem Begriff an Glamour, Luxus, Hochglanzmagazine und dergleichen denken, jedenfalls an etwas, das sie selbst gern erleben würden.
Picken wir einmal die Bereiche Architektur und Design heraus: Auch mich fasziniert außergewöhnliche Architektur oder ins Auge fallendes Design. – Und wohl die wenigsten können, wenn sie einen Blick dafür haben, Ungewohntem, nie Gesehenem, rundum Gelungenem im Verein mit Schönheit widerstehen. Sie lassen ihr Auge gern schweifen, sich die Sinne betören und Sehnsüchte wecken. Sie träumen und malen sich aus, was es für ein Leben wäre, wenn sie selbst in einem Prachthaus mit herrlichem Ausblick wohnen würden.
Doch schwerer als Pracht und Reichtum wahrzunehmen und wohl doch zugleich auch befriedigender ist es, realistisch auf Heruntergekommenes zu blicken und zu prüfen, ob es sich erhalten und etwas daraus machen lässt.
Thomas Bernhard, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ein Eigenbrötler, entwickelte beispielsweise eine Vorliebe für heruntergekommene, abgelegene Bauernhöfe und rettete sie, obwohl er eigentlich gar nicht die Mittel dazu hatte.
Neben Preisgeldern finanzierte er die Häuser aus Krediten und Vorschüssen, lud sich sehr belastende Schulden auf, setzte sich damit selbst unter Druck und zwang sich zur Produktivität. Er glaubte offenbar auch, alles das würde ihn vor Schreibblockaden schützen.
Schließlich wurden seine Lieblinge aber mehr als nur “Selbstgesprächskerker”, als die er sie anfangs plante und wünschte. Er hatte literarischen Erfolg und bewohnte seine Bauernhöfe mit Freude.
Alle Achtung!
Erika und Wieland Schmidt schrieben darüber ein interessantes Buch, eine Biographie mit dem Titel: Thomas Bernhard.









Hey in Internet Explorer 7 sieht dein Design irgendwie komisch aus.