Monday, 26.06.2017

Liebesgeschichten

Blog-4.-3.-2011

In Kirchen hat jede Generation an der jeweils vorhandenen Kirche weiter gebaut, sie ergänzt und geschmückt. Oft gelang das so vollendet, dass ihre Schönheit, ihre Atmosphäre beim Betreten Staunen und Ehrfurcht provoziert.

Auch heutige Architekten übertreffen sich selbst, wenn sie Altes nicht einfach abreißen, sondern wieder zum Leben erwecken oder einbeziehen in Neues, das sie schaffen, indem sie ihre Sehnsucht, ihre Emotionen, ihre Phantasie, ihre Wünsche und alle ihre Liebe einbringen. Sie lassen dann erleben:

Nichts fördert das Kreative mehr als die Liebe, vorausgesetzt, sie ist echt (Erich Fromm).

Und es müssen nicht uralte Bauwerke sein, derer sie sich annehmen. Es kann zum Beispiel auch eines aus den 50er Jahren und so etwas Kurioses wie eine alte, verlassene Tankstelle sein, die mit Liebe, der damit verbundenen magischen Anziehungskraft und mit großer Begeisterung in etwas Besonderes verwandelt wird.

So geschah es in Berlin, dass ein Gartenkünstler triste Zapfanlagen und die dazu gehörigen Werkstatt-Räume chinesisch, italienisch und mit viel Rot, der Farbe der Lebensfreude, verzauberte, so dass dort heute ein Bambuswald rauscht, Lilien und Harz duften, Blumeninseln im Kies blühen und nicht nur Menschen zu sich selbst finden, sondern nebenbei auch für die heimischen Vögel der Luxus eines restaurierten Flugdaches entstand.

Der Schweizer Gartenarchitekt Guido Hager erfüllte so – und an anderen Stellen wieder ganz anders -, die Sehnsüchte des modernen Stadtmenschen: sein Bedürfnis nach Natur unmittelbar da, wo er in der Stadt wohnt, nach Idylle, nach Emotionen, nach Berührungen und schafft Orte, an denen – wie beim Betreten der für eine Hochzeit geschmückten Dorfkirche von Schönburg -, von jetzt auf gleich und auf unerklärliche Weise alles Alltägliche abfällt.



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