Sunday, 20.08.2017

Ein bißchen mogeln?

Ein bißchen beschönigen? Nachträglich Krummes gerade biegen?

Nein: Nur ins rechte Licht rücken.

Im Gegensatz zu vielen Politikern, die mit Konrad Adenauer sagen könnten:

Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern

und Fehler oder Täuschungen bagatellisieren, neigt der Normalbürger erwiesenermaßen dazu, den Blick zurück vor allem auf wunde Punkte oder vermeintlich falsche Entscheidungen in seiner Biografie zu richten und mit sich darüber zu hadern.

Aber das ist eine Sackgasse, ein Blickwinkel, der lähmt. Er führt dazu, dass auch künftige Möglichkeiten verspielt oder verpasst werden können.

Wer ausblendet, was er erreichte oder vergisst, wie er das Beste aus Fehlern und Niederlagen machte, und nur allerhöchste Maßstäbe an sich selbst anlegt, wird unweigerlich unzufrieden sein oder bitter werden. Dabei sind überwundene Schwierigkeiten, bewältigte Krisen und umschiffte Klippen etwas, worauf man stolz sein kann, weil mit allen vorhandenen Gaben und Kräften unter oft widrigen Umständen genau das umgesetzt und verwirklicht wurde, was überhaupt möglich war.

Sich bewusst an das Gute erinnern, freudige Momente ins Gedächtnis rufen und dabei manches Zurückliegende neu sehen und verstehen, weil zusätzliche Erfahrungen auch neue Gesichtspunkte ins Blickfeld rücken, lässt erneut Freude erleben, setzt Kräfte frei und weckt Unternehmungsgeist.

Es ist, als ob man seine Lebensgeschichte neu und so erzählen würde, dass man besser damit leben kann.

Psychologen sprechen bei einer solchen Sicht auf das Leben, in der auch Blockaden für neue Freude und Entfaltungsmöglichkeiten gelöst werden, von einer Freudenbiografie. Sie versöhnt mit der Vergangenheit und lässt fortan anders, befreiter leben.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Wochenende

mit vielen solchen Erinnerungen an Schönes, Erfreuliches aus früheren Jahren und viel Neugier und Offenheit für neue Erfahrungen, die sich als Gewinn herausstellen und als weiterer Anlass zur Freude in Ihr Gedächtnis einprägen werden!

Literatur dazu: Der Reichtum unseres Lebens Wie die eigene Biografie zur Kraftquelle werden kann von Verena Kast in Psychologie heute, Oktober 2010, S. 20 – 26.

Foto: Inessa Podushko/ Pixelio

 



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