Etwas wagen?
“Nicht weil die Dinge schwierig sind, wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen, sind sie schwierig”, las ich während einer Zugfahrt, in Abständen immer wieder eingeblendet, auf dem bahneigenen Bildschirm. Seneca soll ihn niedergeschrieben haben.
Ob es tatsächlich so ist?
Menschen haben unterschiedliche Gaben. Und wenn sie für eine Sache gänzlich fehlen, sollte man, denke ich, klug genug sein, die Finger davon zu lassen und sie denen übergeben, die mehr davon verstehen, die geeigneter sind als man selbst, denjenigen, die ein Gespür dafür haben. Eine spezielle Begabung für etwas lässt sich nicht wettmachen durch Wagnis oder den unbedingten Ehrgeiz, es auch zu bringen.
Am richtigen Platz ist beispielsweise ein Taxifahrer, dem das Fahren liegt, der es gern macht, den es nicht überanstrengt, der schnell und mühelos reagieren kann. Er wird nicht die Nerven verlieren und auch bei Überstunden freundlich bleiben. Für alle anderen jedoch wird ihre Arbeit schnell zur übergroßen Strapaze, vielleicht sogar zur Gefahr für Gesundheit und Leben.
Versuchen Sie in Ihrem Leben doch einfach das gut zu machen, was Sie können, was Ihnen liegt. Wagen Sie es, daran zu arbeiten und es immer weiter zu verbessern. Der Erfolg ist Ihnen dann wahrscheinlich vorprogrammiert.
Und überlassen Sie das, wofür Ihnen jegliche Antenne fehlt, lieber den anderen, wenn es möglich ist – zum Beispiel beim Einrichten Ihrer Wohnung, bei Handwerkerarbeiten, beim Nähen von Gardinen, beim Bücherschreiben oder Programmieren von Computern. Es muss nicht jeder alles können und mögen.
Ich befürworte damit aber keinesfalls billiges Drückebergertum – zum Beispiel bei den unumgänglichen Arbeiten im Haushalt. – Also verstehen Sie mich bitte nicht falsch.
Sonntag, den 26.7.2009







