Archiv für die Kategorie 'Psychologisches'

Augen für die Schönheit

Schönheit ist überall. Nicht sie fehlt unseren Augen, sondern unsere Augen sehen oft daran vorbei  (Auguste Rodin).

Es ist, denke ich, jammerschade um die Tage, an denen wir den Kopf so voll mit Arbeit, Sorgen und Problemen haben oder an denen Krankheit uns heimsucht und niederdrückt, dass wir im Tunnelblick nichts mehr wahrnehmen, nur noch um das kreisen, was uns vor den Händen liegt, auf der Seele brennt oder den Körper quält.

Dabei braucht die Seele Schönheit, Erhebendes, Bilder, warme Worte – für heitere und schwierige Stunden …

Sogar Schmerzen werden angesichts von Schönheit weniger stark empfunden.

Die Fotos entstanden an einem rundum lichten Augusttag 2009 im Kloster Zinna und Umgebung.

Keine Kommentare

Anders gesagt

Auch mit dem Erleben von Licht und Schatten ist zu umschreiben, was ich unter Lust und Unlust schilderte.

Wenn es jedoch nur Licht oder nur Dinge gäbe, um die ich mich reiße, wäre das, so absurd es klingt, eine erhebliche Einschränkung dessen, was Leben ausmacht, was wir erfahren können. Ein Verlust auch in der Hinsicht, dass wir das Licht als selbstverständlich hinnehmen, nicht mehr schätzen, vielleicht kaum noch wahrnehmen würden.

Denn: Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen (Leo Tolstoi).

Keine Kommentare

Für die Zukunft träumen

Ein Traum ist unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will (Victor Hugo).

Diese Wahrheit will ich dem Beitrag vom 13. 8. unter dem Titel Weg und Ziel noch hinzufügen und die sinnige Illustration von Max Dalton.

Keine Kommentare

Gegen Sprachlosigkeit

Auch Sofas mit Kissen sollen gegen manchmal auftretende Sprachlosigkeit bei Erwachsenen helfen und eine gute Einstiegsmöglichkeit für ein Gespräch oder wenigstens Small Talk bieten, wenn sie mit kessen Zitaten bestickt sind.

So las ich es im Artikel “Seide, Samt und kesse Sprüche” von Andrea Bierle in der Zeitschrift Architektur & Wohnen 5/09, S. 90 bis 96. Berichtet wurde über die Architektin und Designerin Ulrike Krages, die Kissen mit interessanten oder herausfordernden Worten oder Sätzen zu ihrer ersten Möbelkollektion entwarf und damit beeindruckte.

Allerdings verführen Sofas mit oder ohne ins Auge fallende Sofakissen auch zum Gegenteil – zu erheblichen Sprachdefiziten -, bei  Kindern, die immer weniger sprechen beziehungsweise schon schwer sprechen lernen, weil sie immer länger stumm auf schönen, weichen Sofas sitzen, fernsehen und in ihrem jungen Leben zu wenig Gesprächsgelegenheiten haben, wie ich an anderer Stelle las.

Das Foto zeigt die Eckcouch Larnaka.

Keine Kommentare

Schnell urteilen

Urteile nicht über einen anderen, bevor du nicht tausend Schritte in seinen Mokassins gegangen bist.

Dieses indianische Sprichwort weiß darum, wie schnell geurteilt und falsch geurteilt wird.

Beherzigen wir das weise Wort, die Erfahrung von Generationen, damit das Miteinander gelingen kann.

Gezeigt wird eine Fotografie des Künstlers Harold Diaz (via iGNANT)

Keine Kommentare

Beziehungen

Man hat sie zu Menschen und Dingen.

Über Freundschaft las ich vor kurzem etwas, das mir gefiel und meinen Erfahrungen entspricht:

Freundschaft ist ein großes Geschenk, ich kann sie nicht herstellen, ich kann sie nicht kaufen. Ich kann sie nur pflegen, und wenn ich Glück habe, wächst sie.

Auch Dinge können uns ans Herz wachsen, so stark, dass wir nicht mehr ohne sie leben möchten und wirklich ärmer sind, wenn wir – aus welchen Gründen auch immer -, auf sie verzichten müssen.

Den Satz über Freundschaft las ich im Stern Nr. 27, S. 132. In einem Artikel von Helge Hopp unter dem Titel Pferdestehlen inklusive wird Pfarrer Johannes Schäfer zitiert. Das Foto verdanke ich dem Künstler Olaf Breuning.

Keine Kommentare

Fantasie und Vernunft

Auf Klugheit und Scharfsinn kann niemand verzichten. Aber in uns schlummert auch die Gabe der Fantasie.

Sie ist es, die uns hin und wieder zu Leichtigkeit verhelfen kann, besonders wenn ihr nicht nur in Science-Fiction-Romanen oder im Traum Gelegenheit dazu gegeben wird.

Zeit, in der die Fantasie nicht wie bei den meisten, die die Kindheit hinter sich haben, sehr, zu sehr eingeengt wird, ist Urlaub vom Leistungsdruck. Denn wenn alles nur noch geschieht, weil es etwas bringt, geraten wir über kurz oder lang in eine Sackgasse. Und:

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

Das ist eine uralte Weisheit und steht schon in der Bibel.

Und die moderne Wissenschaft bestätigte es, so dass der führende Hirnforscher Professor Gerald Hüther zusammenfasst, dass es dann und wann lohne, “die zwingenden Notwendigkeiten der vernunftregierten Welt außer Kraft zu setzen”.

Die passende Fotografie stammt von Christoph Morlinghaus (via iGNANT).

Die Anregung zu meinem Text fand ich in einem Artikel von Professor Gerald Hüther: “Fantasie: Wenn die Gedanken frei sind”, emotion 03/09, S. 95.

2 Kommentare

Abendgedanken

Dieser einladende, schöne und beschauliche Platz, den ich im Blog von Abigail Ahern entdeckte, ist für den Abend viel besser geeignet als der Platz vor dem Computer.
Denn wer nicht entspannt, sich abends sozusagen falsch setzt, sein Handy in übertriebenem Eifer nie ausschaltet, auch nach acht keinen Abstand zum Beruf schafft, sondern immer in Bereitschaft ist, gerät über kurz oder lang in Schlafschwierigkeiten. Der Schlafforscher und Psychologe Jürgen Zulley aus Regensburg geht so weit, dass er behauptet:

Viele nehmen den falschen Partner mit ins Bett: die Anspannung.

Über dieses eindeutige und aufschlussreiche Forschungsergebnis, das ich selbst beherzigen müsste, stolperte ich beim angespannten Warten auf den Bohrer des Zahnarzts (im Patientenmagazin des Universitätsklinikums Leipzig unter dem Titel “Computer aus, Handy weg”, von Andreas Heimann, Nr. 13/10, S. 16), nachdem ich ein paar Tage zuvor schon ähnliche Ergebnisse über die Zusammenhänge zwischen abendlichen Freizeitbeschäftigungen und morgendlicher Stimmung und körperlicher Befindlichkeit gelesen hatte.

Schlecht gelaunt und gereizt waren danach morgens diejenigen, deren Abendgedanken noch um die Arbeit kreisten. Erholt fühlte sich, wer Grenzen gezogen hatte und der Arbeit des Tages etwas ganz anderes entgegensetzte: sich seinen Freunden oder der Familie widmete, einem Hobby nachging, Sport trieb, spazierenging, meditierte oder Musik hörte.

Wer das schaffte, schlief gut, war morgens voller Elan und hatte gute Laune.

Erholung, starke Nerven, Freude am Leben und eine gewisse Leichtigkeit beim Bewältigen des Tagespensums kommen also nicht von allein, sondern brauchen auch Abend für Abend die richtigen Weichenstellungen und Entscheidungen (“Erholung kommt nicht von selbst”, von Gabriele Kunz in Psychologie heute, Juni 2009, S. 14).

Keine Kommentare

Die Kraft von Geschichten

Gestern vor dem Einschlafen las ich etwas, das mich begeisterte:

Wie man Geschichten erzählen soll? So, daß sie einem selbst helfen! Mein Großvater war lahm. Einmal bat man ihn, eine Geschichte von seinem Lehrer zu erzählen. Da erzählte er, wie der große Baalschem beim Beten zu hüpfen und zu tanzen pflegte. Mein Großvater stand und erzählte, und die Erzählung riß ihn so hin, daß er hüpfend und tanzend zeigen mußte, wie der Meister es gemacht hatte. Von der Stunde an war er geheilt. So soll man Geschichten erzählen.

Quelle: Chassidische Legende. Aus Wladimir Lindenberg “Die Menschheit betet”. E. Reinhardt Verlag München/ Basel 1966.

Auf dem Ölgemälde erzählt Maurizio Bongiovanni (via iGNANT).

Keine Kommentare

Kein Bühnenbild

In unserer modernen Welt stellt sich beim Hören des Wortes älter oder Alter bei vielen der Gedanke an Falten ein, die bekämpft werden sollten und müssten. Die Werbung suggeriert es.

Dass erst die Jahre Erfahrungen bringen, wird meist weggelassen. – Aber Alain Claude Sulzer aus Basel sprach beispielsweise vor zwei Tagen, als Juror beim Bachmannwettbewerb, wieder einmal an, dass er bei der Lesung des etwas älteren Peter Wawerzinek diese Lebenserfahrung spürte, die er den viel jüngeren voraus habe. Peter Wawerzinek erhielt den Bachmannpreis.

Oder Geschmack ändert sich, lernt dazu mit den Jahren. Ein Beispiel dafür ist der bekannte amerikanische Designer Joe D´Urso. Er erfand vor 35 Jahren den Hightech-Stil, richtete in New York Aufsehen erregende, fast leere, wahnsinnig begehrte Wohnungen ein, fragte seine Klienten zuvor gern lange und hartnäckig:

Brauchen Sie das wirklich?

Und bestückte minimalistisch und kühl mit Podesten mit wenigen Kissen als Sofa oder einer Matratze als Bett. Die Bewohner nahmen ihr Frühstück am OP-Tisch ein, ihr Kleiderschrank war ein Stahlrohrsessel.

Heute hält ihn die Fachwelt für altersweise, weil er seine Sprache änderte, inzwischen warm und wohnlich einrichtet. Die Wände sind farbig. Tiefe, weiche Sofas laden zum Sitzen ein. Vasen und Schalen, die er früher möglichst hinauswarf, verschönern die Wohnungen ebenso wie Kunst an den Wänden.

Alles in den besonderen Räumen lädt zum Benutzen ein, Inszenierungen wie für ein Bühnenbild mag er nicht mehr. (Architektur & Wohnen 6/09, S. 76 bis 83)

Also: nur keine Angst vor dem Älterwerden!

Keine Kommentare

Ältere Einträge »