Archiv für die Kategorie 'Politik'

Es ging unter die Haut

Woche vom 4. - 11. 10.2009 021

Nacht, 100 000 Menschen, Kerzen und vielfältige Lichtinstallationen, Straßentheater.

Freude angesichts der 20 000 Kerzen vor der Oper und des übervollen Augustusplatzes – Beklemmung gleich darauf beim Anblick der starren, hoffnungslosen Menschen mit leblosen Augen auf mehreren Podesten.

Flüchtlinge dort, wo 1989 die Kampfgruppen standen, um zu verhindern, dass Demonstranten zurück in die Innenstadt konnten, Kampfgruppen, die bereit waren zum Waffeneinsatz gegen das eigene Volk.

Woche vom 4. - 11. 10.2009 030

Ich konnte nicht anders, ich musste mir beim Laufen in der schweigenden Menge meine letzten 20 Jahre ohne den friedlichen 9. Oktober 1989 vorstellen, mein  Leben, mein modernes Leben, in einer Diktatur, ohne jeden Ausweg, vielleicht nach einer “chinesischen” Lösung, mit Einsatz der an diesem Tag bereit stehenden 8 000 bewaffneten Polizisten, Soldaten der NVA und Angehörigen der Kampfgruppen.

Woche vom 4. - 11. 10.2009 026

Ich wurde von Schritt zu Schritt dankbarer für das Wunder vom 9. Oktober 89, als Kerzen die Mächtigen unfähig zur Gewalt machten …

Fotos: Das eindrückliche Straßentheater machte das polnische KTO – Theater aus der Partnerstadt Krakau möglich (1. Foto), Animationswand am ehemaligen “Blauen Wunder” (2. Foto), ehemalige Werbefläche für Propagandabotschaften der DDR-Regierung (3. Foto), sich erinnernde Menschen auf dem Augustusplatz Leipzig 2009 (4. Foto), ein Teil der 20 000 Kerzen, die insgesamt den Schriftzug 89 ergaben (5. Foto).Woche vom 4. - 11. 10.2009 011

Bei der LVZ online können Interessierte sich die Lichtinstallationen insgesamt ansehen.

Woche vom 4. - 11. 10.2009 014

Leipzig, den 10.10.2009

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“Leipzig 89″

Heute früh überraschte und erfreute mich eine Rundmail von Regine Möbius, der stellvertretenden Bundesvorsitzenden des Verbandes deutscher Schriftsteller und der Bundesbeauftragten f. Kunst und Kultur der ver.di, in der sie an den entscheidenden Tag der Friedlichen Revolution heute vor 20 Jahren erinnert.

Mich beschäftigt, was die Mail treffend anspricht, schon den ganzen Tag. Es wird mich auch begleiten, wenn ich ab 18 Uhr am Lichtfest “Aufbruch Leipzig -20 Jahre Friedliche Revolution und Einheit Europas” mit mehr als 20 internationalen Künstlern teilnehmen und auf dem historischen Weg der Demonstranten entlanggehen werde:

“Liebe Freunde,                                             Leipzig, am 9. Oktober

„20 Jahre Friedliche Revolution“! Von Plakaten, in Zeitungen, in Sonntags-, Donnerstags- und Freitagsreden ist es zu hören.

Heute jährt sich dieser Tag, der letzte und entscheidende in einer langen Reihe von weniger spektakulären, aber mit nicht weniger Angst und Mut besetzten Tagen, an denen besonders Jugendliche, Basisgruppen und couragierte Pfarrer sich in den über sechs Jahre durchgeführten Montagsgebeten, in Untergrundzeitungen, in Demonstrationen gegen die eingeschränkte Meinungsfreiheit, gegen die unglaubliche Verpestung der Luft oder die kaum zu vertuschenden Wahlfälschungen mit den diktatorischen „Ordnungshütern“ des DDR-Staates kritisch auseinander setzten. Sie wussten, wie gefährlich das war, sie konnten nicht in einer großen Masse aufgehen. Es gehörte Courage und Haltung dazu, sich durch die Willkürmaßnahmen nicht einschüchtern zu lassen, die vom Studienabbruch über Ausweisbeschlagnahme bis hin zu schlimmen Schikanemethoden im Rahmen von Inhaftierungen reichten.

Diesen DDR-Bürgern, die in den zu hörenden Festreden als „Der einfache Mann auf der Straße“ genannt werden, haben wir in erster Linie zu danken, dass der Keim zu einer großen, friedlichen Bewegung gelegt wurde, die im geeinten Deutschland mündete.

An diese möchte ich heute erinnern. Sie werden kaum noch genannt von all denen, die nach zwanzig Jahren sich an die Spitze der Gedenk- und Jubelveranstaltungen stellen, sich im Schein des heute in Leipzig stattfindenden Lichtfestes baden werden.

Aber das Licht kam damals aus vielen Kirchen. Stellvertretend für sie steht die Leipziger Nikolaikirche.

Auf einem kleinen Bild mit gezacktem Rand, das seit gestern in Millionen-Auflage durchs Land geht und nur 55 Cent kostet, können alle es sehen. Ich freue mich darüber und wünsche mir, dass meine Freunde und Bekannten, trotz allen schwierigen Tagesgeschehens, sich mit mir freuen können.

Wer Lust hat, kann den im April in „politik und kultur“ von mir erschienenen Text zu diesem Thema im Anhang lesen.

Sehr herzlich grüßt

Regine Möbius”

Freitag, den 9.10.2009

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Im Kommen

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Mit iPhone oder iPod Musik hören, dabei auf einem weichen Hocker sitzen oder gleich auf einem bequemen und extravaganten Ledersofa liegen, das Verstärker und Lautsprecher in sich hat, ist der Traum von Michi Jung, einem südkoreanischen Designer, der in Italien arbeitet und das, was er jüngst entwarf, in London ausstellte.

Die Besucher konnten auf der dortigen Design-Messe erneut sehen und bestaunen, was menschlicher Ideenreichtum an Praktischem, aber oft auch Unglaublichem hervorbringen kann.

Heute allerdings, zu Beginn des UN-Klimagipfels in New York, frage ich mich, wird diese Gabe der Phantasie auch angesichts der Klimawandels groß genug sein, um zu verhindern, wovor US-Präsident Barack Obama zur Eröffnung eindrücklich warnte: einer “unumkehrbare(n) Katastrophe”.

Ich hoffe es!

Quellen (Foto): Engadget German und unplggd
(Zitat aus): Obama warnt vor “Katastrophe” durch Klimawandel bei Yahoo

Dienstag, den 22.9.2009

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Am Rande

“Am Rande einer Wahrheit gibt es viel zu erkennen”, lautet ein uraltes Sprichwort.

Mit der Wahrheit, den Wahrheiten, am Rande lasse ich Sie und mich am Abend nach den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und dem Saarland besser allein …

Sonntag, den 30.8.2009

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Landtagswahl in drei Bundesländern und moderne Inneneinrichtung

Roboterschrank 29.8.09

Am Abend vor der Wahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen stieß ich auf diesen Roboterschrank für das Kinderzimmer, der nach meinem Ermessen überrascht, den Geschmack der Kinder trifft, von Ideen zeugt, nützlich wie praktisch ist und in seiner einleuchtenden Form in die Zukunft weist. Das wünsche ich mir auch von der Politik!

Der Schrank wird vom schwedischen Hersteller Barnvanlight angeboten. Ich fand ihn im Blog engadget.com.

Roboterschrank Fortsetzung

Sonnabend, den 29.8.2009

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