
Lächeln allein soll schon die Stimmung heben, weil das Netzwerk Gehirn mit der Ausschüttung von Botenstoffen auf jede Mimik reagiert. Auch dann, wenn es hinters Licht geführt wird und demjenigen der lächelt, gerade nicht danach zumute ist.
Eigenartig! Vielleicht werden freundliche Menschen deshalb älter, leben länger, weil sie andere häufiger anlächeln.
Aber Lächeln hilft auch über Schweres hinweg, das es im Leben für jeden zu bewältigen gibt. In solchen Situationen gilt manchmal:
Zu vergessen und zu lächeln ist weit besser als sich zu erinnern und traurig zu sein.
Dieses aus einem Mosaik von Erfahrungen erwachsene Wort geht zurück auf Christina Georgina Rossetti und ein sehr schönes, interessantes Foto zum Thema Lächeln fand ich auch bei Stylespion.
Aber über das Lächeln musste ich in Trauer schreiben, nachdem vorhin der frühe Tod des begabten Regisseurs Christoph Schlingensief gemeldet wurde, der mich bestürzte und diese Trauer auslöste …
Tags: Christoph Schlingensief, Lächeln, Tod

Ein Traum ist unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will (Victor Hugo).
Diese Wahrheit will ich dem Beitrag vom 13. 8. unter dem Titel Weg und Ziel noch hinzufügen und die sinnige Illustration von Max Dalton.
Tags: Traum, Zukunft

Eine Briefmarke verzauberte mich heute, als ich sie zum Aufkleben auf einen Brief in die Hände nahm.
Einen Satz von Robert Schumann las ich auf der Marke zu seinem 200. Geburtstag:
Töne sind der feinste Stoff, welchen unser Geist in sich schließt.
Und schon hatte ich Schumanns unnachahmliche Vertonung des Eichendorff-Gedichts in Kopf und Herz:
Es war, als hätt´ der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.
Die Fotografie der finnischen Künstlerin Susanna Majuri fand ich bei iGNANT.
Tags: Robert Schumann

Der Jugend wird oft der Vorwurf gemacht, sie glaube immer, daß die Welt mit ihr erst anfange. Wahr. Aber das Alter glaubt noch öfterer, daß mit ihm die Welt aufhöre. Was ist schlimmer?
Ich lese gern Tagebücher. Wenn sie gut geschrieben sind, erlebe ich sie als wahre Fundgrube. Und wenn ich tatsächlich anfange, darin Schätze zu heben, erleichtern sie mir meine Tage nicht selten ganz unerwartet.
Oft komme ich auch ins Staunen darüber, wie viel die “Alten” wussten. Sie wirken – kaum zu glauben -, manchmal moderner auf mich, als der eine oder andere Zeitgenosse.
Der anregende Satz oben stammt aus dem Tagebuch von Friedrich Hebbel “Der einsame Weg”, erschienen im Verlag der Nation, Berlin, 1970. Hebbel verhalf mir heute wieder einmal zu einem Gespür für die Kostbarkeit der Zeit im Sinne von:
Pflücke den Tag und gehe behutsam mit ihm um. Es ist dein Tag, 24 Stunden lang. Zeit genug, ihn zu einem wertvollen Tag werden zu lassen. Darum laß ihn nicht schon in den Morgenstunden verwelken (M. Bickel).
Wie schwer das fallen kann, zeigt wieder einmal Mark Jenkins.
Tags: Alter, Jugend, Zeit

Wir lieben sie nicht, glaube ich, wissen aber vom Autofahren, wie dringend sie gebraucht werden.
Manchmal wären Bremsen auch für Worte, kurze und lange Sätze nötig.
Beispielsweise wenn wir ungerecht behandelt werden oder uns selbst wieder einmal dazu hinreißen lassen, aus der Haut zu fahren …
Die Fotografie des Künstlers Platonov Pavel (via iGNANT) verkörpert für mich die Sehnsucht nach einem Schutz davor, von innen oder außen aus dem Gleichgewicht gebracht zu werden.
Tags: Bremsen, Gleichgewicht

Geborgenheit sind zwei offene Arme, die einen umschließen und in denen man sich sicher fühlt, aber nicht eingeengt.
Aber es gibt auch Orte, an denen man sich geborgen fühlt. Derjenige aus der Street Installation von Mark Jenkins ist es gewiss nicht.
Tags: Geborgenheit

Es gibt zwei gefährliche Abwege: Die Vernunft schlechthin abzulegen und außer der Vernunft nichts anzuerkennen.
Die vielschichtige Illustration schuf Max Dalton, der weise Satz stammt von Blaise Pascal.
Tags: Fantasie, Vernunft

Was wir nicht wissen ist unendlich viel mehr als das, was wir wissen.
Im Grunde ist bekannt, was ich neulich als Kalenderweisheit eines unbekannten Verfassers im Vorbeigehen las. Dennoch wissen wir viel.
Aber manchmal wird es unwichtig, beispielsweise beim ersten Blick auf jemand oder etwas.
Die Liebe auf den ersten Blick wurde sprichwörtlich.
Welch ein Anlass zur Freude und welch ein Gewinn für unser modernes, oft nüchternes und gehetztes Leben, dass es nicht nur Wissen in immer größerem Ausmaß gibt, sondern auch Blicke, Emotionen, Eindrücke, Installationen, Kunst, Literatur, Musik!
Wie gut, dass es etwas gibt, das uns trifft, überrascht, anspricht, fasziniert!
Beim Himmelbett auf den ersten Blick handelt es sich um eine Installation des bekannten brasilianischen Künstlers Ernesto Neto (via iGNANT).
Tags: "Liebe auf den ersten Blick", Himmelbett

Ja! Eine Sonne ist der Mensch, allsehend, allverklärend, wenn er liebt, und liebt er nicht, so ist er eine dunkle Wohnung, wo ein rauchend Lämpchen brennt.
Mit Kunst von Olaf Breuning und Hölderlin (Hyperion. Theoretische Versuche. Berlin und Weimar 1970. Sämtliche Werke und Briefe . Band 2, S. 176) wünsche ich allen meinen Lesern für die kommende Woche das Erleben dieser Macht.
Tags: "Macht der Liebe", Liebe