Archiv für die Kategorie 'Kultur'

Lächeln

Lächeln allein soll schon die Stimmung heben, weil das Netzwerk Gehirn mit der Ausschüttung von Botenstoffen auf jede Mimik reagiert. Auch dann, wenn es hinters Licht geführt wird und demjenigen der lächelt, gerade nicht danach zumute ist.

Eigenartig! Vielleicht werden freundliche Menschen deshalb älter, leben länger, weil sie andere häufiger anlächeln.

Aber Lächeln hilft auch über Schweres hinweg, das es im Leben für jeden zu bewältigen gibt. In solchen Situationen gilt manchmal:

Zu vergessen und zu lächeln ist weit besser als sich zu erinnern und traurig zu sein.

Dieses aus einem Mosaik von Erfahrungen erwachsene Wort geht zurück auf Christina Georgina Rossetti und ein sehr schönes, interessantes Foto zum Thema Lächeln fand ich auch bei Stylespion.

Aber über das Lächeln musste ich in Trauer schreiben, nachdem vorhin der frühe Tod des begabten Regisseurs Christoph Schlingensief gemeldet wurde, der mich bestürzte und diese Trauer auslöste …

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“Frauenräume”

Gestalten Frauen wärmer? Brauchen sie es wärmer?

Sicherlich nicht in jedem Fall. Aber ich beobachte und bewundere immer wieder, wie Frauen Atmosphäre zaubern – oft mit Dingen, an die sich für sie eine Geschichte knüpft, wie bei Lene Gammelgaard, die den Mount Everest bestieg, als erste Skandinavierin.

Frauen wie ihr geht es nicht darum “Dinge zu besitzen”. Da fürchten sie eher, dass Hab und Gut “gefangen macht”. Aber “widerspiegeln” wollen sie sich in ihrem Zuhause, wenn sie mit Freunden teilen, was sie erlebt und erfahren haben.

Wenn sie erzählen, was ihnen beispielsweise ein chinesisches Blumenbild und eine Kalligrafie mit dem chinesischen Wort für “Frieden” bedeuten.

Oder wenn sie als Überlebende eines Schneesturms, beim Abstieg vom höchsten Berg der Welt, Jahre später eindringliche bedeutungsschwere Sätze sagen wie:

Das Leben ist schön, und es ist sehr kurz.

Oder:

Man muss sein Ziel verfolgen und den Mut haben, nicht locker zu lassen, selbst im Angesicht des Scheiterns.

Das Foto der Wohnräume von Lene Gammelgaard und die Zitate stammen aus “FRAUENRÄUME” von Anke Gebert und Ute Karen Seggelke, einem Buch, das ich sehr mag und immer wieder einmal zur Hand nehme. Es erschien 2001 im Gerstenberg Verlag Hildesheim. Frau Seggelke erlaubte mir die Verwendung des Fotos. Danke vielmals dafür. Am 23.3.2009 schrieb ich, angeregt durch dieses Buch, schon einmal über Lene Gammelgaard.

Montag, den 26.4.2010

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Leipzig liest und leuchtet

In New York konnte vor kurzem diese Street Art Installation Madrider Künstler (Luzinterrupptus) bestaunt werden (via iGNANT). In einer Brooklyner Straße ersetzten 8000 leuchtende Bücher den rollenden Verkehr und faszinierten.

Im Gegensatz zu New York liest und leuchtet in Leipzig derzeit nicht nur eine Straße, sondern eine ganze Stadt ist hell, dass es eine Freude ist.

Denn noch bis Sonntag Abend herrscht in Leipzig wieder diese unnachahmliche Atmosphäre aus dem Mix von Büchern, erwartungsfrohen Menschen, Krokussen, Schneeglöckchen und Sonnen jeder Größe – auch bei Nacht.

Sehen wir uns?

Freitag, den 19.3.2010

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Plädoyer für Fairness

Bremer Stadtmusikanten

Bei den echten Bremer Stadtmusikanten der Brüder Grimm ging es anders zu. Gerhard Marcks schuf ihnen 1953 das unten abgebildete Denkmal.

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Mittwoch, den 30.12.2009

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Alles andere als Chaos

Konzert

Nicht Chaos, sondern das “Konzert auf dem Sofa” ist derzeit in Italien in. Regelrecht boomen soll es.

Unter www.salottolive.com präsentieren sich italienische Musikliebhaber für Klassik bis Pop entweder als einladende Hausherren oder zeigen ihr Interesse als Gäste eines Hauskonzerts an.

Eine Einladung mit den notwendigen Informationen über den nächsten Termin und den Ort dazu folgt per sms. Und mitzubringen ist neben einer Flasche Wein im Wert von mindestens 15 Euro nur Lust auf Kommunikation in privater Atmosphäre.

Ob es diesen besonderen Platz für ein “Konzert auf dem Sofa” zu Hause auch bald in Deutschland geben wird?

Das Foto der Installation des mexikanischen Künstlers Ivan Puig fand ich bei iGnant.

Freitag, den 20.11.2009

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Sein statt Schein

Berlin Reformationsfest 2009 007Ein riesiges Gebäude – in nüchterner Schönheit.

Wer den Bau nicht von innen kennt, wer nichts über ihn weiß, ahnt nicht, welch sehens- und erlebenswerte Pracht er verbirgt.

Ich war neugierig, besorgte mir online ein Ticket, fuhr nach Berlin, ging in das vor kurzem wieder eröffnete Neue Museum und bestaunte drinnen Nofretete, den “Berliner Goldhut”, den legendären, aber falschen Schatz des Priamos und und und.

Und während ich durch das von David Chipperfield tatsächlich Aufsehen erregend renovierte Haus ging, in unzähligen Räumen versuchte, wenigstens einen kurzen Blick auf jedes Ausstellungsstück zu werfen, immer fassungsloser und demütiger wurde angesichts der Vielfalt und des geradezu unendlichen Reichtums an Kostbarkeiten, kam ich ins Nachdenken darüber, dass ich mit Menschen immer wieder einmal das genaue Gegenteil erlebe von dem, was mir hier geschieht: Sie tun alles, um groß zu scheinen, wenden viel auf, um zu blenden, aber provozieren beim Blick hinter die Fassade nur herbe Enttäuschung.

Buß- und Bettag, 18.11.2009

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Die Holländer

ausgefallenes Design

sagen: “Humor ist das Öl in unserer Lebenslampe.”

Und zeigen ihren Humor auch beim Design. Die Wirbelsäulenlampe für extrem lange Stiele, der knochenharte Schädelstuhl und der ausgefallene Sitz aus Hirnwindungen wurden entworfen von Vladi Rapaport, einem niederländischen Designer.

Wer dieses Interieur erwirbt, gibt seiner Wohnung eine stark anatomische Prägung, die die Besucher in Erstaunen versetzen, beim ersten Anblick vielleicht sogar erschrecken wird (gefunden bei Engadget German am 30.10.2009).

Montag, den 2.11.2009

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Faszination Schönheit

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Welch ein Ereignis!

Nach unendlich langer Bauzeit im und am Neuen Museum thront die “schönste Berlinerin”, die “Mona Lisa Berlins”, – die mandeläugige Pharaonin Nofretete wieder dort, – allein und majestätisch, im Nordkuppelsaal.

Ab 17. Oktober kann sie besucht werden – für die ersten zwei Tage sogar kostenlos.

1924 wurde die Schöne, die Rätselhafte erstmals im Neuen Museum ausgestellt und bereits 1943 ihres neuen Zuhauses durch Auslagerung wieder beraubt und dadurch gerettet. Denn ihr Berliner Haus, ein prächtiger Stülerbau, wurde zerstört, die Ruine verfiel.

Der britische Architekt David Chipperfield verwandelte bereits seit 1997 diese katastrophale Kriegsruine in einer “Glanzleistung” in ein eigenständiges Kunstwerk mit allen Narben der Geschichte, in dem nun an ausgesuchtem Ort, in ausgetüfteltem Licht die geheimnisvolle, sogar computertomografisch untersuchte und extrem berührungsempfindliche Königin herrscht – auch über die ägyptischen und frühgeschichtlichen Sammlungen.

Ich habe Sehnsucht nach Nofretete, – seit ich ihr 2005 im Neuen Forum erstmals begegnete und ihrer Ausstrahlung erlag …

Quellen: viele, in denen ich das Wiedererstehen des Neuen Museums über die Jahre verfolgte, stellvertretend nenne ich noch den Focus mit einem aktuellen Artikel.

Donnerstag, den 15.10.2009

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Perfektion und ihre Schattenseiten

Gefangen

Ex-Torwart Oliver Kahn, der demnächst als “Legende des Sports” geehrt wird, sagte nach seinem Karriereende zum Thema Perfektion: Nach ihr “zu streben, sich ihr annähern zu wollen, ist okay, aber nicht, sie tatsächlich erreichen zu wollen. Wer das nicht versteht, wird ewig unzufrieden und unglücklich sein”.

Recht hat er, denn jeder, der überall vorn sein und alles bestens machen will, – so gut, dass keiner ihn übertrifft, überfordert sich, rutscht aus auf dem beliebten, lockenden Stressfeld, das nur bis zu einem bestimmten Maß gesund, anregend, herausfordernd ist und früher oder später eine ungewollt glitschige Eigendynamik entwickelt.

Nehmen Sie locker Abstand von regelmäßigen 15-Stunden-Tagen von Montag bis Montag: Lassen Sie nicht zu, dass Ihre Gesundheit zerstört wird, die Fähigkeit zur Entspannung verloren geht, Ihre durch Zeitnot ungepflegte Beziehung verwahrlost und vielleicht der Punkt kommt, wo Körper und Seele so ausgepowert sind, dass gar nichts mehr Spaß macht!

Gehen Sie alles ohne Verbissenheit an …

Das Foto, passend zum Thema, machte Raven Smith. Das Zitat und die Anregungen zum Thema fand ich in einem Artikel von Jan Schlieter unter dem Titel “Lass doch mal locker!” in “emotion” 09/08 und in eigenen Erfahrungen.

Mittwoch, den 14.10.2009

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Es ging unter die Haut

Woche vom 4. - 11. 10.2009 021

Nacht, 100 000 Menschen, Kerzen und vielfältige Lichtinstallationen, Straßentheater.

Freude angesichts der 20 000 Kerzen vor der Oper und des übervollen Augustusplatzes – Beklemmung gleich darauf beim Anblick der starren, hoffnungslosen Menschen mit leblosen Augen auf mehreren Podesten.

Flüchtlinge dort, wo 1989 die Kampfgruppen standen, um zu verhindern, dass Demonstranten zurück in die Innenstadt konnten, Kampfgruppen, die bereit waren zum Waffeneinsatz gegen das eigene Volk.

Woche vom 4. - 11. 10.2009 030

Ich konnte nicht anders, ich musste mir beim Laufen in der schweigenden Menge meine letzten 20 Jahre ohne den friedlichen 9. Oktober 1989 vorstellen, mein  Leben, mein modernes Leben, in einer Diktatur, ohne jeden Ausweg, vielleicht nach einer “chinesischen” Lösung, mit Einsatz der an diesem Tag bereit stehenden 8 000 bewaffneten Polizisten, Soldaten der NVA und Angehörigen der Kampfgruppen.

Woche vom 4. - 11. 10.2009 026

Ich wurde von Schritt zu Schritt dankbarer für das Wunder vom 9. Oktober 89, als Kerzen die Mächtigen unfähig zur Gewalt machten …

Fotos: Das eindrückliche Straßentheater machte das polnische KTO – Theater aus der Partnerstadt Krakau möglich (1. Foto), Animationswand am ehemaligen “Blauen Wunder” (2. Foto), ehemalige Werbefläche für Propagandabotschaften der DDR-Regierung (3. Foto), sich erinnernde Menschen auf dem Augustusplatz Leipzig 2009 (4. Foto), ein Teil der 20 000 Kerzen, die insgesamt den Schriftzug 89 ergaben (5. Foto).Woche vom 4. - 11. 10.2009 011

Bei der LVZ online können Interessierte sich die Lichtinstallationen insgesamt ansehen.

Woche vom 4. - 11. 10.2009 014

Leipzig, den 10.10.2009

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