Die Zeit dazwischen
Der Jugend wird oft der Vorwurf gemacht, sie glaube immer, daß die Welt mit ihr erst anfange. Wahr. Aber das Alter glaubt noch öfterer, daß mit ihm die Welt aufhöre. Was ist schlimmer?
Ich lese gern Tagebücher. Wenn sie gut geschrieben sind, erlebe ich sie als wahre Fundgrube. Und wenn ich tatsächlich anfange, darin Schätze zu heben, erleichtern sie mir meine Tage nicht selten ganz unerwartet.
Oft komme ich auch ins Staunen darüber, wie viel die “Alten” wussten. Sie wirken – kaum zu glauben -, manchmal moderner auf mich, als der eine oder andere Zeitgenosse.
Der anregende Satz oben stammt aus dem Tagebuch von Friedrich Hebbel “Der einsame Weg”, erschienen im Verlag der Nation, Berlin, 1970. Hebbel verhalf mir heute wieder einmal zu einem Gespür für die Kostbarkeit der Zeit im Sinne von:
Pflücke den Tag und gehe behutsam mit ihm um. Es ist dein Tag, 24 Stunden lang. Zeit genug, ihn zu einem wertvollen Tag werden zu lassen. Darum laß ihn nicht schon in den Morgenstunden verwelken (M. Bickel).
Wie schwer das fallen kann, zeigt wieder einmal Mark Jenkins.













