Archiv für die Kategorie 'Fotografie'

Sich beugen

Am liebsten beuge ich mich über Blumen. Gern schaue ich auch von einer Brücke hinunter in einen kleinen ursprünglichen Bach oder einen breiten Fluss.

Ich kann dieser jeweiligen Schönheit viel abgewinnen.

Gar nichts halte ich jedoch vom Beugen gegenüber Zwängen, Krankheit oder auch dem Tyrannen Zeit, der mich heute wieder einmal mit Mangel in Schach hält und seine allseits bekannte, unbezwingbare Macht gnadenlos ausspielt.

Die Zeit beugt sich nicht zu dir; du musst dich ihr beugen,

weiß schon ein russisches Sprichwort. Aber es tröstet mich nicht.

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Wasser

Es ist Leben. Es hat Macht. Es verkörpert Schönheit und Gefahr.

Eben sah ich wieder unerträgliche Abbildungen des Leidens aus Pakistan – ausgelöst durch Wasser in unvorstellbaren Mengen. Diese Fernsehbilder zeigen die menschliche Ohnmacht angesichts der unvergleichlich großen Flut.

Sie lösen Bestürzung und tiefes Mitgefühl mit den Betroffenen aus.

Sie wecken aber auch gleichzeitig Hoffnung darauf, dass sich immer mehr Menschen finden, die spenden, die helfen.

Und sie wecken Sehnsucht nach Normalität für alle: nach genügend sauberem Wasser zum Trinken, zum Gebrauch in einem eigenen Bad und nach der rechten Menge an sauberem Wasser in Flüssen und Meeren.

Mich überfällt beim Schreiben die intensive Erinnerung daran, wie rundum stark ein Urlaub am Meer, mit sauberem Wasser und sauberem Strand mich wieder in den Alltag entlässt. Und auch daran, dass beispielsweise das Erleben der Ostsee an nur ein paar freien Tagen über ein ganzes Jahr lang Freude auf den nächsten Urlaub bewirkt und über die Monate verteilt immer wieder einmal zum Träumen vom Meer verführt.

Das eine Foto zeigt Hiddensee im Herbst 2008, das andere das von Designer Professor Günter Horntrich entworfene SensaMare von Hoesch.

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Lust und Unlust

Heute war mal wieder so ein Tag, von dem ich schon gestern wusste, dass ich Dinge tun müsste, die ich mir freiwillig nie suchen würde, aber nicht länger hinausschieben könnte.

Das Nachdenken darüber und über beste Lösungen dafür, vor dem Einschlafen gestern Abend, war vielleicht der Grund dafür, dass ich heute früh mit besonders schweren Gliedern aufwachte und nicht leicht in die neue Woche startete.

Dabei ist, was Menschen gern tun, total verschieden. Andere machen ausgerechnet mit links, was mir schwerfällt und quälen sich mit dem, was mir Spaß macht. Ererbtes ist daran schuld, zum mehr oder weniger großen Teil zumindest.

Aber Lust zu etwas ist auch erlernbar. Oft fehlt nur Wissen und Übung, um etwas so gut zu beherrschen, dass es mühelos getan werden kann und vielleicht sogar ab einem bestimmten Zeitpunkt Freude bringt …

Übung macht den Meister.

Und besiegt die Unlust.

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Weg und Ziel

Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg (Laotse).

Das Leben wird fortwährend komplizierter, sagen die Zukunftsforscher.

Und wir spüren am eigenen Leib, dass unser modernes Leben durch immer mehr Aspekte, die zu beachten sind, herausfordert, manchmal frustriert oder gar aufreibt.

Was wichtig ist, was am wichtigsten ist, kann in der Vielfalt der Angebote untergehen.

Die unzähligen Möglichkeiten, die uns interessieren oder vorgaukeln, sie müssten unbedingt genutzt werden, wenn wir nichts Wesentliches verpassen wollen, können verwirren oder so erschöpfen, dass man auf der Strecke bleibt.

Wissen, was man will, ein Ziel haben, wird dabei ein immer höherer Wert.

Für mich ist erstaunlich, dass ein Philosoph des 6. Jahrhunderts vor Christus bereits auf die Notwendigkeit eines Ziels für das eigene Leben hinweist, in einer Zeit also, wo für unsere Begriffe das Leben noch einfach und überschaubar war und es vor allem darum ging, satt zu werden und Krankheit oder Gefahr zu überleben.

Die Künstler Lynn und Michael Chealander sowie Amy Mihyang fotografierten in Neuseeland.

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Nur Töne?

Eine Briefmarke verzauberte mich heute, als ich sie zum Aufkleben auf einen Brief in die Hände nahm.

Einen Satz von Robert Schumann las ich auf der Marke zu seinem 200. Geburtstag:

Töne sind der feinste Stoff, welchen unser Geist in sich schließt.

Und schon hatte ich Schumanns unnachahmliche Vertonung des Eichendorff-Gedichts in Kopf und Herz:

Es war, als hätt´ der Himmel

Die Erde still geküsst,

Dass sie im Blütenschimmer

Von ihm nun träumen müsst.

Die Fotografie der finnischen Künstlerin Susanna Majuri fand ich bei iGNANT.

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Über den Dingen

Über den Dingen zu stehen, sie zu sehen und zu nehmen, wie sie wirklich sind, wünscht man sich und anderen.

Das Gegenteil davon ist der Rückfall in Vorurteile. Sie entstellen die Wahrheit und Schönheit. Sir Peter Ustinow brachte es folgendermaßen auf den Punkt:

Das Vorurteil ist einer der größten Schurken in der Besetzungsliste der Geschichte. Es benutzt die blanke Unkenntnis als Waffe.

Das Foto dazu verdanke ich der Fotografin Maria Elisa Duque.

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Bremsen

Wir lieben sie nicht, glaube ich, wissen aber vom Autofahren, wie dringend sie gebraucht werden.

Manchmal wären Bremsen auch für Worte, kurze und lange Sätze nötig.

Beispielsweise wenn wir ungerecht behandelt werden oder uns selbst wieder einmal dazu hinreißen lassen, aus der Haut zu fahren …

Die Fotografie des Künstlers Platonov Pavel (via iGNANT) verkörpert für mich die Sehnsucht nach einem Schutz davor, von innen oder außen aus dem Gleichgewicht gebracht zu werden.

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Schnell urteilen

Urteile nicht über einen anderen, bevor du nicht tausend Schritte in seinen Mokassins gegangen bist.

Dieses indianische Sprichwort weiß darum, wie schnell geurteilt und falsch geurteilt wird.

Beherzigen wir das weise Wort, die Erfahrung von Generationen, damit das Miteinander gelingen kann.

Gezeigt wird eine Fotografie des Künstlers Harold Diaz (via iGNANT)

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Nichts Endgültiges

Solange man lebt, ist nichts endgültig.

Diese Tatsache tröstet uns manchmal in schlechten Tagen, ist grausam in guten und umgekehrt.

Innerhalb von ständigen Veränderungen Dinge zu erstreben, die aus Träumen erwachsen, ist, denke ich, ein lohnendes Ziel. Denn:

Viele guten Dinge sind aus Träumen erwachsen.

Das Sinnbild verdanke ich Neil Pardington, die Zitate Stefan Zweig und Arthur Miller.

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Die Farbe der Seele

Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an,

raunt der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel der Nachwelt zu. Und er hat recht! Man kann es an sich selbst beobachten: An Gutes, Schönes, Lockendes, Aufregendes zu denken beflügelt. Trübe Gedanken malen die Welt immer schwärzer.

Der morgige Sonntag bietet die Gelegenheit, die Seele mit den satten kräftigen Farben des Sommers zu beschenken, sie in ihnen baumeln zu lassen.

Die Gedanken der kommenden Woche werden ganz bestimmt darauf reagieren und heller, wendiger, einfallsreicher, freundlicher sein.

Die Fotografie von Caleb Charland fand ich bei iGNANT.

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