
Es ist Leben. Es hat Macht. Es verkörpert Schönheit und Gefahr.
Eben sah ich wieder unerträgliche Abbildungen des Leidens aus Pakistan – ausgelöst durch Wasser in unvorstellbaren Mengen. Diese Fernsehbilder zeigen die menschliche Ohnmacht angesichts der unvergleichlich großen Flut.
Sie lösen Bestürzung und tiefes Mitgefühl mit den Betroffenen aus.
Sie wecken aber auch gleichzeitig Hoffnung darauf, dass sich immer mehr Menschen finden, die spenden, die helfen.
Und sie wecken Sehnsucht nach Normalität für alle: nach genügend sauberem Wasser zum Trinken, zum Gebrauch in einem eigenen Bad und nach der rechten Menge an sauberem Wasser in Flüssen und Meeren.
Mich überfällt beim Schreiben die intensive Erinnerung daran, wie rundum stark ein Urlaub am Meer, mit sauberem Wasser und sauberem Strand mich wieder in den Alltag entlässt. Und auch daran, dass beispielsweise das Erleben der Ostsee an nur ein paar freien Tagen über ein ganzes Jahr lang Freude auf den nächsten Urlaub bewirkt und über die Monate verteilt immer wieder einmal zum Träumen vom Meer verführt.
Das eine Foto zeigt Hiddensee im Herbst 2008, das andere das von Designer Professor Günter Horntrich entworfene SensaMare von Hoesch.

Tags: Bad, Flut, Meer, Wasser

Lächeln allein soll schon die Stimmung heben, weil das Netzwerk Gehirn mit der Ausschüttung von Botenstoffen auf jede Mimik reagiert. Auch dann, wenn es hinters Licht geführt wird und demjenigen der lächelt, gerade nicht danach zumute ist.
Eigenartig! Vielleicht werden freundliche Menschen deshalb älter, leben länger, weil sie andere häufiger anlächeln.
Aber Lächeln hilft auch über Schweres hinweg, das es im Leben für jeden zu bewältigen gibt. In solchen Situationen gilt manchmal:
Zu vergessen und zu lächeln ist weit besser als sich zu erinnern und traurig zu sein.
Dieses aus einem Mosaik von Erfahrungen erwachsene Wort geht zurück auf Christina Georgina Rossetti und ein sehr schönes, interessantes Foto zum Thema Lächeln fand ich auch bei Stylespion.
Aber über das Lächeln musste ich in Trauer schreiben, nachdem vorhin der frühe Tod des begabten Regisseurs Christoph Schlingensief gemeldet wurde, der mich bestürzte und diese Trauer auslöste …
Tags: Christoph Schlingensief, Lächeln, Tod

Man merkt nie, was schon getan wurde, man sieht immer nur, was noch zu tun bleibt.
Marie Curie machte diese Erfahrung, die überall und immer wieder aufs neue Anlass zu Unzufriedenheit gibt.
Auch ich habe heute angesichts meiner Pläne vom frühen Morgen zu wenig geschafft, will aber nach dem Lesen des Ausspruchs von Marie Curie bewusst in die andere Richtung denken und mich daran erinnern, was ich alles an nur einem Tag erledigen konnte.
Dazu werde ich mich demnächst auf mein Sofa setzen, es genießen und wieder einmal dankbar dafür sein, dass ich gesund bin, alles habe, was ich zum Leben brauche und so viel Arbeit bewältigen konnte, dass noch genügend für morgen bleibt – aber eben wirklich erst für morgen.
Wollen Sie es mir nicht nachmachen?
Abgebildet ist die Wohnlandschaft Merida mit genügend Platz für weiche Stunden bis morgen.
Tags: Arbeit, Pläne, Unzufriedenheit

Über den Dingen zu stehen, sie zu sehen und zu nehmen, wie sie wirklich sind, wünscht man sich und anderen.
Das Gegenteil davon ist der Rückfall in Vorurteile. Sie entstellen die Wahrheit und Schönheit. Sir Peter Ustinow brachte es folgendermaßen auf den Punkt:
Das Vorurteil ist einer der größten Schurken in der Besetzungsliste der Geschichte. Es benutzt die blanke Unkenntnis als Waffe.
Das Foto dazu verdanke ich der Fotografin Maria Elisa Duque.
Tags: Vorurteile

Wer im Warmen sitzt, kann den Frierenden nicht verstehen.
Dieser beunruhigende Satz von Alexandr Solschenizyn aus der Erzählung “Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch” fiel mir heute ein, als ich nach Nachrichtenbildern von der Überschwemmungskatastrophe in Pakistan auf meinem Sofa saß, Kaffee trank und angenehm mit anderen plauderte…
Das Foto zeigt die Ledercouch Philadelphia.
Tags: "im Warmen sitzen", Ledercouch, Sofa

Solange man lebt, ist nichts endgültig.
Diese Tatsache tröstet uns manchmal in schlechten Tagen, ist grausam in guten und umgekehrt.
Innerhalb von ständigen Veränderungen Dinge zu erstreben, die aus Träumen erwachsen, ist, denke ich, ein lohnendes Ziel. Denn:
Viele guten Dinge sind aus Träumen erwachsen.
Das Sinnbild verdanke ich Neil Pardington, die Zitate Stefan Zweig und Arthur Miller.
Tags: Endgültiges, Veränderungen

Es gibt zwei gefährliche Abwege: Die Vernunft schlechthin abzulegen und außer der Vernunft nichts anzuerkennen.
Die vielschichtige Illustration schuf Max Dalton, der weise Satz stammt von Blaise Pascal.
Tags: Fantasie, Vernunft
Wegweiser können aus der Straße einen Irrgarten machen.
Aber manchmal stöhnt man nicht über sie, sondern bräuchte sie dringend, egal ob man auf einer Straße oder im Leben unterwegs ist.
Aber:
An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser.
Das erste Zitat stammt aus den “Unfrisierte(n) Gedanken” von Stanislaw Jerzy Lec (Zeitschrift “Polen”, Nr. 9), das zweite von Charly Chaplin.
Tags: Wegweiser

Was wir nicht wissen ist unendlich viel mehr als das, was wir wissen.
Im Grunde ist bekannt, was ich neulich als Kalenderweisheit eines unbekannten Verfassers im Vorbeigehen las. Dennoch wissen wir viel.
Aber manchmal wird es unwichtig, beispielsweise beim ersten Blick auf jemand oder etwas.
Die Liebe auf den ersten Blick wurde sprichwörtlich.
Welch ein Anlass zur Freude und welch ein Gewinn für unser modernes, oft nüchternes und gehetztes Leben, dass es nicht nur Wissen in immer größerem Ausmaß gibt, sondern auch Blicke, Emotionen, Eindrücke, Installationen, Kunst, Literatur, Musik!
Wie gut, dass es etwas gibt, das uns trifft, überrascht, anspricht, fasziniert!
Beim Himmelbett auf den ersten Blick handelt es sich um eine Installation des bekannten brasilianischen Künstlers Ernesto Neto (via iGNANT).
Tags: "Liebe auf den ersten Blick", Himmelbett