
Ob wohl jeder Mensch diesen Traum dann und wann hat?
Vielleicht ist er nur etwas für die Unzufriedenen.
Und die meisten von ihnen belassen es beim Träumen, krempeln nicht auf Grund von “Hirngespinsten” ihr ganzes Leben um.
Es ist nur zu gut bekannt, dass derjenige, der versucht, seine Träume umzusetzen, auch scheitern kann, sich zumindest auf sehr unsicheres Terrain begibt.
Roz Savage ist eine Frau, die unter ihrem Leben, um das andere sie kurioserweise beneideten, ausreichend litt, um aus ihm auszusteigen. Sie hatte Karriere und Geld als Bankmanagerin gemacht, lebte mit ihrem Mann in einem wunderbaren Haus in London – und war “unerfüllt”.
Zu sehr musste sie funktionieren, zu sehr war alles, was sie tat, wie auf dem Kunstwerk von Michael Johansson, in Form gepresst und andere, nicht sie selbst, waren der Regisseur ihres übervollen Lebens, fesselten es.
So kündigte sie nach einer “Bestandsaufnahme ihres Lebens”, in einer schlaflosen Nacht und einiger Bedenkzeit danach, eines Tages ihren Job und verließ bald darauf auch ihren Ehemann, obwohl sie zunächst noch gar nicht genau wusste, wie ihr neues, ganz anderes Leben aussehen würde, nur dass sie es unbedingt wollte.
Sie versuchte sich als Fotografin und Biobäckerin – bis ihr klar wurde, dass sie rudern würde, was sich zunächst abwegig anhört. Doch das hatte sie während ihres Studiums in Oxford trainiert, wollte es nun wieder aufnehmen und künftig mit Projekten verknüpfen, in denen sie aufzeigen würde, dass befriedigendes Leben auch ohne materialistische und andere Arten von Gier und das Provozieren von Umweltkatastrophen möglich ist.
So versuchte sie sich auf neuen Wegen, schaffte es 2009 sogar zur Rednerin und Warnerin auf die Klimakonferenz unter der Leitung von Al Gore, dem Friedensnobelpreisträger, und versuchte nach kleineren Aktionen, 2009 den Pazifik im Ruderboot zu überqueren – als erste Frau, ohne Begleitung, und immer mit dem Ziel, auf die Umweltproblematik unserer Erde und die notwendige Veränderung unserer Lebensweise hinzuweisen.
Sie musste dann in der zweiten Phase, nach über drei Monaten ununterbrochen auf dem Meer, ihre geplante Tour von Hawai nach Tuvalu leider wegen widrigster Bedingungen in der Luft, auf dem Meer und auf ihrem Boot abbrechen. Aber das war kein Grund zum Resignieren für sie, sondern sie will den Rest ihres Lebens damit verbringen, die Menschen darüber aufzuklären, “dass der Lebensstil der westlichen Welt nicht haltbar” ist und dass diese Erkenntnis und die Konsequenzen daraus, das erlebbare Glück nicht mindern. Roz Savage hat dafür viele Ideen und erregt, unterwegs in neuer “Mission”, immer wieder viel Aufmerksamkeit für ihr Herzensanliegen.
Erstmals las ich über Roz Savage unter dem vielsagenden Titel “Ich will Meer” in emotion 09/09, S. 84 -89.
Pfingstmontag, den 24.5.2010
Tags: "Roz Savage", Leben, Traum, unerfüllt