
Sind Sie einer?
Schaffen Sie es, aus jeder Situation das Beste zu machen? Steht Ihnen dafür “eine ganze Milchstraße von Einfällen” zur Verfügung? Das heißt, finden Sie für alles, was Ihnen missfällt oder schief läuft, einen Weg, auf dem Sie keine Zeit und Kraft mit Jammern und unnötigen Erklärungen vertun, sondern mit Einsatz nach neuen Möglichkeiten suchen und sie erschließen?
Ich wünsche es Ihnen!
Dann gibt es auch bei Ihnen kein schlechtes Wetter mehr, sondern nur noch leicht austauschbares, miserables Schuhwerk und problemlos ersetzbare, undichte Regenmäntel. Oder noch besser: Themen, an die es Sie wie an Haaren zieht, werden, wenn Sie sich mit ihnen befassen, zu Fenstern und Türen in eine unerwartet interessante und bereichernde Welt.
Was ich Ihnen schreibe, musste ich mir heute alles selbst vergegenwärtigen, bis ich bereit war, mich trotz des Feiertages mit HTML, der Hypertext Markup Language und plattformunabhängigen Dokumentbeschreibungssprache im World Wide Web zu befassen, um richtige und umfassende Quellenangaben machen zu können.
Viel lieber hätte ich mich mit deutscher Sprache und Literatur beschäftigt, also mit Schöngeistigem. Aber ich habe jetzt ein sehr gutes und schönes Gefühl, (wohl ein besseres als nach dem Lesen des spannenden Romans “Mann und Frau” von Zeruya Shalev, den ich zu Ende lesen wollte), nachdem ich mich anfangs eher wider Willen mit der trockenen Dokumentbeschreibungssprache auseinandersetzte, einiges davon begriff, umsetzen konnte und dabei eben auch mich selbst besiegte und meine zu engen Auffassungen davon, was sich lohne und für mich interessant sei.
Das Zitat stammt aus dem gleichnamigen Buch mit Aphorismen von Lichtenberg bis Raabe, erschienen bei Hinstorff Rostock 1979.
Sonntag, den 31.5.2009
Tags: das Beste aus der Situation machen, Georg Christoph Lichtenberg, HTML, Lebenskünstler, schlechtes Wetter, spannender Roman