Archiv für die Kategorie 'Achtung!'

Dünnes Eis

Blog 21.12.09

Wenn wir über dünnes Eis laufen, liegt die Sicherheit in unserer Geschwindigkeit (Ralph Waldo Emerson).

Dünnes Eis wird gern ignoriert oder möglichst fluchtartig verlassen und schnell vergessen – auch im persönlichen Leben.

Dass das genauso in allergrößtem Maßstab passiert, hat Kopenhagen gerade enttäuschend gezeigt. Auch der fehlende Zugang zu den wichtigsten Gesundheitsleistungen für alle oder fast alle in den USA wird für viele Menschen dort zum zu dünnen, ja tödlichem Eis. So schlecht wie in den USA ist die diesbezügliche Situation unter den Industrieländern nur noch in Mexiko und in der Türkei, schreibt heute eine medizinische Zeitschrift in ihrem Leitartikel.

Die kommenden Festtage lassen neben allem Feiern vielleicht auch etwas Freiraum, entgegen dem Trend einmal dort, wo wir leben, nach dünnem Eis Ausschau zu halten. Beugen Sie anstehenden Noteinsätzen vor! Das Sitzen auf dem Sofa ist gemütlicher als im Eiswasser baden zu gehen oder gar zu ertrinken.

Bei dem Foto handelt es sich um eines der Deutschen Lebens Rettung Gesellschaft.

Montag, den 21.12.2009

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Besinnung ade

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Wird das dazu führen, dass eintritt, was Cree Indianer prophezeien?

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.

Dienstag, den 15.12.09

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Ein Buch mit sieben Siegeln

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Sind Sie auch eines?

Geheimnisse machen unser Leben interessanter.

Das gilt für diejenigen Heimlichkeiten, die Überraschungen sind, Freude bereiten und bald gelüftet werden. Aber auch sonst, denn:

Jeder aber wünscht, daß in seinem innern Leben irgendwo eine Ecke sein möge, in die niemand hineinkriecht, wie sich jeder sein eigenes Zimmer ersehnt (Tschernyschewski).

Und manche Geheimnisse belasten und schmerzen, weil sie immer Geheimnisse bleiben müssen, andere, wenn sie wider Willen offenbar werden. Denn:

Verdecktes Feuer brennt mit größrer Kraft (Shakespeare) .

An der Enthüllung eines Geheimnisses ist stets der schuld, der es jemandem anvertraut hat (La Bruyère).

Das Foto verdanke ich Andrew Hunter aka Brother abstract via iGNANT. Die Zitate fand ich im Zitatenlexikon des VEB Bibliographisches Institut Leipzig.

Montag, den 14.12.2009

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Ohne Sonntag

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Ohne Sonntag gibt es nur noch Werktage,

las ich vor einiger Zeit auf einem Plakat.

Nach einer sonntäglichen Shoppingtour mit einem Endspurt auf Weihnachtsgeschenke kann ich das nur unterstreichen.

Ich sehne mich nach diesem turbulenten Nachmittag nach nichts als Ruhe.

Erst ein Erinnerungsfoto vom Sommer, aufgenommen beim Wandern auf menschenleeren Wegen, hilft mir, den erwünschten Abstand zum Überfluss an Waren und zum Gedränge zu gewinnen.

Sonntag, den 13.12.2009

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Die Gründe des Herzens

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Das Herz hat Gründe, die der Verstand nicht kennt (Blaise Pascal).

Das ist einerseits eine großartige Angelegenheit. Denn wie arm wäre unser Leben, wenn es nur nach dem Verstand ginge und nicht immer wieder das Herz regieren würde. – Die Welt wäre kälter, vielleicht überhaupt nicht zum Aushalten.

Andererseits machen uns die Gründe des Herzens verführbar, auch gegenüber den inzwischen bis ins letzte ausgetüftelten Werbestrategien.

Das richtige Maß Kritik ihnen gegenüber, auch jetzt bei den Einkäufen in der Vorweihnachtszeit, hilft, dass wir unsere Möglichkeiten nicht überschätzen, um nicht böse zu erwachen, wenn das Fest der Herzen vorüber ist.

Auf das verführerische Werbefoto stieß ich bei iGNANT.

Samstag, den 12.12. 2009

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Manchmal

Umarmen

leben wir wie auf der Fotografie von Carles Rodrigo.

Wir sehen nichts mehr, weil wir etwas wuchern lassen, das wir längst hätten beschneiden müssen. Oder wir umarmen, lieben etwas, verschmelzen mit ihm, obwohl es nichts als Grünzeug ist und ebensowenig Zukunft hat wie das sprichwörtliche Stroh im Kopf.

Ein arabisches Sprichwort kommentiert: “Der Mensch lernt auf eigene Kosten”.

Die Fotografie von Carles Rodrigo fand ich bei iGNANT.

Donnerstag, den 26.11.2009

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Zuwendung ist alles

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Unser Leben, auch unser modernes, ist nicht mehr und nicht weniger als ein ständiger Ruf, vielleicht sogar Schrei nach Zuneigung, nach Wertschätzung, nach zwischenmenschlicher Anerkennung, nach funktionierenden Beziehungen – entdeckten amerikanische Neurobiologen.

Zu ihrer eigenen Überraschung und wider Erwarten fanden sie heraus, dass an zentraler Stelle, im Mittelhirn, unsere Motivations- oder Belohnungssysteme lokalisiert sind, die bei Aktivierung das Hormon für Wohlbefinden ausschütten – Dopamin.

Die Aktivierung geschieht über eine besonders enge Verschaltung mit den Nervenfasern der Emotionszentren jedesmal dann, wenn das Gehirn etwas wahrnimmt, etwas ausfindig macht, das sich lohnt.

Mittels funktioneller Kernspintomografie an Müttern, Verliebten und anderen (sowie durch Nachweis erhöhter Konzentrationen von Oxytozin in bestimmten Situationen) deckten sie auf, unser Herz schlägt höher, im Mittelhirn verändert sich etwas, sobald andere Menschen ins Spiel kommen.

Denn wir sind auf Bindung geeicht, wir werden erst diejenigen, die wir im günstigsten Fall werden können, wenn wir Zugewandtheit, Anerkennung und Vertrauen erfahren. Diese Erfahrungen sind der “neurobiologische Treibstoff” für eine optimale Entwicklung und ein erfülltes Leben.

Die Informationen fand ich in einem Artikel von Joachim Bauer unter dem Titel “Beziehungen: Der Motor unseres Lebens”, in “Psychologie heute” von Oktober 2006.

Mark Jenkins

Das untere Foto über das Ende einer Beziehung stammt von Mark Jenkins.

Dienstag, den 20.10.2009

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Faszination Schönheit

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Welch ein Ereignis!

Nach unendlich langer Bauzeit im und am Neuen Museum thront die “schönste Berlinerin”, die “Mona Lisa Berlins”, – die mandeläugige Pharaonin Nofretete wieder dort, – allein und majestätisch, im Nordkuppelsaal.

Ab 17. Oktober kann sie besucht werden – für die ersten zwei Tage sogar kostenlos.

1924 wurde die Schöne, die Rätselhafte erstmals im Neuen Museum ausgestellt und bereits 1943 ihres neuen Zuhauses durch Auslagerung wieder beraubt und dadurch gerettet. Denn ihr Berliner Haus, ein prächtiger Stülerbau, wurde zerstört, die Ruine verfiel.

Der britische Architekt David Chipperfield verwandelte bereits seit 1997 diese katastrophale Kriegsruine in einer “Glanzleistung” in ein eigenständiges Kunstwerk mit allen Narben der Geschichte, in dem nun an ausgesuchtem Ort, in ausgetüfteltem Licht die geheimnisvolle, sogar computertomografisch untersuchte und extrem berührungsempfindliche Königin herrscht – auch über die ägyptischen und frühgeschichtlichen Sammlungen.

Ich habe Sehnsucht nach Nofretete, – seit ich ihr 2005 im Neuen Forum erstmals begegnete und ihrer Ausstrahlung erlag …

Quellen: viele, in denen ich das Wiedererstehen des Neuen Museums über die Jahre verfolgte, stellvertretend nenne ich noch den Focus mit einem aktuellen Artikel.

Donnerstag, den 15.10.2009

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“Leipzig 89″

Heute früh überraschte und erfreute mich eine Rundmail von Regine Möbius, der stellvertretenden Bundesvorsitzenden des Verbandes deutscher Schriftsteller und der Bundesbeauftragten f. Kunst und Kultur der ver.di, in der sie an den entscheidenden Tag der Friedlichen Revolution heute vor 20 Jahren erinnert.

Mich beschäftigt, was die Mail treffend anspricht, schon den ganzen Tag. Es wird mich auch begleiten, wenn ich ab 18 Uhr am Lichtfest “Aufbruch Leipzig -20 Jahre Friedliche Revolution und Einheit Europas” mit mehr als 20 internationalen Künstlern teilnehmen und auf dem historischen Weg der Demonstranten entlanggehen werde:

“Liebe Freunde,                                             Leipzig, am 9. Oktober

„20 Jahre Friedliche Revolution“! Von Plakaten, in Zeitungen, in Sonntags-, Donnerstags- und Freitagsreden ist es zu hören.

Heute jährt sich dieser Tag, der letzte und entscheidende in einer langen Reihe von weniger spektakulären, aber mit nicht weniger Angst und Mut besetzten Tagen, an denen besonders Jugendliche, Basisgruppen und couragierte Pfarrer sich in den über sechs Jahre durchgeführten Montagsgebeten, in Untergrundzeitungen, in Demonstrationen gegen die eingeschränkte Meinungsfreiheit, gegen die unglaubliche Verpestung der Luft oder die kaum zu vertuschenden Wahlfälschungen mit den diktatorischen „Ordnungshütern“ des DDR-Staates kritisch auseinander setzten. Sie wussten, wie gefährlich das war, sie konnten nicht in einer großen Masse aufgehen. Es gehörte Courage und Haltung dazu, sich durch die Willkürmaßnahmen nicht einschüchtern zu lassen, die vom Studienabbruch über Ausweisbeschlagnahme bis hin zu schlimmen Schikanemethoden im Rahmen von Inhaftierungen reichten.

Diesen DDR-Bürgern, die in den zu hörenden Festreden als „Der einfache Mann auf der Straße“ genannt werden, haben wir in erster Linie zu danken, dass der Keim zu einer großen, friedlichen Bewegung gelegt wurde, die im geeinten Deutschland mündete.

An diese möchte ich heute erinnern. Sie werden kaum noch genannt von all denen, die nach zwanzig Jahren sich an die Spitze der Gedenk- und Jubelveranstaltungen stellen, sich im Schein des heute in Leipzig stattfindenden Lichtfestes baden werden.

Aber das Licht kam damals aus vielen Kirchen. Stellvertretend für sie steht die Leipziger Nikolaikirche.

Auf einem kleinen Bild mit gezacktem Rand, das seit gestern in Millionen-Auflage durchs Land geht und nur 55 Cent kostet, können alle es sehen. Ich freue mich darüber und wünsche mir, dass meine Freunde und Bekannten, trotz allen schwierigen Tagesgeschehens, sich mit mir freuen können.

Wer Lust hat, kann den im April in „politik und kultur“ von mir erschienenen Text zu diesem Thema im Anhang lesen.

Sehr herzlich grüßt

Regine Möbius”

Freitag, den 9.10.2009

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Modernes Leben

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Ist es manchmal eine gerade noch gebändigte Schlange? Manchmal ein Wartesaal oder etwas zum Davonlaufen?

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Manchmal ein gnadenloser Scanner oder gleich der OP, in dem Dir herausgeschnitten wird, was Du unbedingt behalten willst? Operating-Theatre-1

Ist es eine “Wunderkammer”, ein Sammelsurium von allem, was Du liebst oder etwas, das Du selbst über alles liebst?

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Alle diese Fragen provozierten Neil Pardingtons “Sinnbilder” in mir.

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Es ist gut, wenn diese Fragen gestellt werden – möglichst zu einer Zeit, in der Weichen noch anders gestellt werden können und hässliche Antworten nicht hässlich bleiben müssen …

Im Nerdcore Blog stieß ich auf die anregenden Fotos von Pardington, die Lust auf immer mehr Gehirnjogging machen.

Mittwoch, den 7.10.2009

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