Tuesday, 29.07.2014

Accessoires vom Profi

Sitzmöbel

Schon mehrfach widmete ich mich den Accessoires, weil sie bereits in fast homöopathischen Dosen das Flair der vorhandenen Einrichtung so verändern können, dass man sich verwundert die Augen reibt.

Denn wer es nicht weiß, begreift erst allmählich oder gar nicht,

dass das uralte Sofa nicht ausrangiert, sondern originell gestylt wurde:

Schon ein bisschen weißes Leinen, ein wenig nostalgische weiße Spitze um die Kissen verändern den Raum grundlegend und schaffen eine ganz andere Atmosphäre.

Wenn dann erst Profi-Designer, wenn Künstler Accesoires entwerfen

und herstellen, kann noch Gravierenderes geschehen.

Ihre ungewöhnlichen, ideeneichen Stücke können den Eindruck vermitteln, dass sich nicht nur ein Raum oder eine Wohnung veränderten, sondern mit ihr auch der Mensch, der dort wohnt, sein ganzes Leben oder zumindest der Reim, den er sich darauf macht.

Ich beobachtete das selbst schon und fragte mich vor ein paar Tagen wieder einmal, wie beispielsweise

eine Reihe von Tiertrophäen aus Papier wie ein lebensecht arrangierter Giraffen-, ein Zebra- und ein Schweinskopf

beim Einzug in mein städtisches Wohnzimmer dessen Ambiente, mich selbst, meine Freunde, die mich besuchen, und ihre Einstellungen zu mir verändern würden.

Diese Fragen kamen nicht von ungefähr. Den Anstoß gab ein Bericht über die Französin Antonine Catzeflis, eine erfolgreiche Pariser Galeristin, die unter anderem ihr Privathaus mit ebensolchen Accessoires oder Kunstwerken ausstattet und glücklich mit ihnen darin lebt. Geschaffen wurde diese lebensnahe Kunst übrigens von einer Deutschen, die

drei Jahre an ihren 49 Tierköpfen aus Papier arbeitete,

von Gundula Weber. Mehr als fünf Millionen Scherenschnitte fertigte sie dafür an.

Oder was würde eine

Lampe aus Algenhalmen aus mir machen, die mir in Form grüner Locken

das abendliche Lesen ermöglichen würden? Oder das Fiberglas-Objekt “Lasting Void” – als große Dekoration oder besser Kunst neben meinem Ledersofa -, für das das Skelett eines Kalbs ausgegossen wurde, um an das Tier zu erinnern, das weggeworfen wurde? Die deutsche, in London lebende Designerin Julia Lohmann erregte Aufsehen damit.

Klar wurde mir jedenfalls beim Betrachten dessen, was anderen zum Lebenselexier wurde:

Accessoires müssen vielleicht noch genauer ausgesucht werden als Möbel.

Denn manches Schmuckutensil kann die Wohnung und den Menschen, der darin lebt auch entstellen, weil es absolut nicht zu ihm passt …



1 Kommentar

  1. Kann dem nur zustimmen: Schon kleinste Wohnaccessoires können wirklich Wunder bewirken. Statt etwas weg zu schmeißen, sollte man sich mal etwas kreativ betätigen und nach alternativen Lösungen suchen. Manchmal reicht schon ein kleines Schmuckstück, um dem Objekt des Grauens neuen Glanz zu verleihen :)

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