Wenn etwas im Nacken sitzt

Was wir erledigen müssen, was an Aufgaben ansteht, speichert unser Gehirn besser als alles, was wir abgeschlossen haben.
Bluma Zeigarnik, eine russische Psychologin, entdeckte bereits vor mehr als 80 Jahren, dass vor uns liegende Aufgaben ein beachtliches Spannungsfeld aufbauen. Es entlädt sich erst wieder, wenn wir das Problem gelöst, also etwas erleichtert abhaken können.
Der in der Fachsprache als “Cliffhanger-Effekt” bezeichnete Vorgang ist dafür verantwortlich, dass wir beispielsweise so lange, auch unbewusst, über einen entfallenen Namen, Buch- oder Filmtitel grübeln, bis er uns doch noch einfällt oder dass wir andererseits bei Fortsetzungsserien so neugierig sind, wie es wohl weiter- und ausgehen wird, dass wir alles daran setzen, es zu erfahren.
Wie beim Klettern an einer Steilwand können wir nicht einfach loslassen oder werden bis zum Aufarbeiten des Unerledigten verfolgt von etwas, das mit uns unterwegs ist und das wir nicht abschütteln können.
Über das Forschungsergebnis las ich in “emotion”, 02/09. Das zum Problem passende Foto von Sascha Koesch fand ich am 18. September unter dem Titel “Joules: Der Ersatzmann-Roboter auf dem Tandem (Video)” bei Engadget German.
Sonntag, den 20.9.2009
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