Leben herausschütteln
“Fasse den Mut, das Schicksal am Kragen zu packen und Leben aus ihm herauszuschütteln”, empfiehlt Louisa May Alcott.
Freitag, den 31.7.2009
“Fasse den Mut, das Schicksal am Kragen zu packen und Leben aus ihm herauszuschütteln”, empfiehlt Louisa May Alcott.
Freitag, den 31.7.2009
Wer abends traurig auf seiner Couch sitzt und sich dann ebenso traurig ins Bett legt, dem geht es am nächsten Morgen besonders gut.
Das glauben Sie nicht?
Es stimmt aber, ist auch messbar und Anlass dafür, wieder einmal über das Wunder unseres Körpers und die in ihm liegenden Möglichkeiten zu staunen.
Trauer verursacht über einen in uns angelegten, nicht abstellbaren Automatismus am nächsten Morgen einen Energieschub, indem sie dafür sorgt, dass vermehrt Kortisol ausgeschüttet wird. Sie verhindert damit, dass wir dem kommenden Tag nicht gewachsen sind bzw. ihn gar nicht erst beginnen, weil wir vor Kraftlosigkeit und Neigung zur Depression nicht aus dem Bett finden.
Sie macht also munter und aktiviert die Betrübten dank erhöhter Produktion von Stresshormon.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt sich gelegentliches Traurigsein vielleicht schon am Abend besser ertragen und uns schließlich die morgendliche Kraft und Stärke in Kombination mit einer großen Portion Kreativität gezielt dafür einsetzen, den Anlass für die Trauer, wenn möglich, aus der Welt schaffen.
Genau dafür wird Kortisol jedenfalls vermehrt in uns hergestellt.
Diese interessanten Studienergebnisse fand ich in dem Artikel von Dagmar Knopf über die Untersuchungen von Emma Adam von der Northwestern University auf Seite 17, in “Psychologie heute” vom März 2007.
Donnerstag, den 30.7.2009
“Zu sein, was wir sind, und zu werden, was wir werden können, ist der einzige Sinn des Lebens”, erklärt Robert Louis Stevenson.
Versuchen wir ein solches sinnvolles Leben!
Mittwoch, den 29.7.2009
Endlich wird das Fensterputzen überflüssig!
Der Industrie gelingt es nach langen Entwicklungszeiten inzwischen, selbstreinigende Gläser herzustellen. Durch eine sehr spezielle Beschichtung, die unsichtbar ist, wird das Sonnenlicht und der Regen genutzt, um Schmutz aufzulösen und abzuwaschen.
Schon bei einem leichten Schauer läuft das Wasser damit nicht mehr in Rinnsalen herunter, sondern bildet einen gleichmäßigen Film, der Schmutz nicht duldet und Ihnen bei herrlichstem, ungetrübtem Ausblick Zeit für anderes als mühevolles Fensterputzen lässt.
Welch ein Geschenk: Freizeit statt Hausputz! – Nutzen Sie es, wenn Sie können!
Dienstag, den 28.7.2009
Es gibt den Fernseher jetzt auch in einem Hängeschrank für die Küche. Dort, in diesem Schrank der Küche “Cadeo”, kann er nach Belieben so rauf- und runtergefahren werden, wie Sie ihn brauchen, um beispielsweise zeitgleich mitzukochen, wenn die Größen Sarah Wiener, Tim Mälzer oder andere Fernseh-Köche etwas zubereiten, was auch Sie gern einmal genießen würden.
Das allerdings dann ohne Fernseher.
Montag, den 27.7.2009
“Nicht weil die Dinge schwierig sind, wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen, sind sie schwierig”, las ich während einer Zugfahrt, in Abständen immer wieder eingeblendet, auf dem bahneigenen Bildschirm. Seneca soll ihn niedergeschrieben haben.
Ob es tatsächlich so ist?
Menschen haben unterschiedliche Gaben. Und wenn sie für eine Sache gänzlich fehlen, sollte man, denke ich, klug genug sein, die Finger davon zu lassen und sie denen übergeben, die mehr davon verstehen, die geeigneter sind als man selbst, denjenigen, die ein Gespür dafür haben. Eine spezielle Begabung für etwas lässt sich nicht wettmachen durch Wagnis oder den unbedingten Ehrgeiz, es auch zu bringen.
Am richtigen Platz ist beispielsweise ein Taxifahrer, dem das Fahren liegt, der es gern macht, den es nicht überanstrengt, der schnell und mühelos reagieren kann. Er wird nicht die Nerven verlieren und auch bei Überstunden freundlich bleiben. Für alle anderen jedoch wird ihre Arbeit schnell zur übergroßen Strapaze, vielleicht sogar zur Gefahr für Gesundheit und Leben.
Versuchen Sie in Ihrem Leben doch einfach das gut zu machen, was Sie können, was Ihnen liegt. Wagen Sie es, daran zu arbeiten und es immer weiter zu verbessern. Der Erfolg ist Ihnen dann wahrscheinlich vorprogrammiert.
Und überlassen Sie das, wofür Ihnen jegliche Antenne fehlt, lieber den anderen, wenn es möglich ist – zum Beispiel beim Einrichten Ihrer Wohnung, bei Handwerkerarbeiten, beim Nähen von Gardinen, beim Bücherschreiben oder Programmieren von Computern. Es muss nicht jeder alles können und mögen.
Ich befürworte damit aber keinesfalls billiges Drückebergertum – zum Beispiel bei den unumgänglichen Arbeiten im Haushalt. – Also verstehen Sie mich bitte nicht falsch.
Sonntag, den 26.7.2009
Sie stellen sich meist nicht ein, wenn man sie unbedingt haben will, beziehungsweise dringend bräuchte.
Unabhängig davon, ob es sich um originelle Einfälle für eine neu und überraschend anders wirkende Inneneinrichtung handelt oder um geniale Erfindungen technischer Art, ist ihnen eines gemeinsam: Geistesblitze finden keinen Weg in Verbissenheit und Verkrampfung. Sie lieben eine lockere, freie Atmosphäre, kommen beim Entspannen.
Carl Friedrich von Weizsäcker drückt das so aus: “Ganz neue Zusammenhänge entdeckt nicht das Auge, das über ein Werkstück gebeugt ist, sondern das Auge, das in Muße den Horizont absucht.”
Auf das Zitat stieß ich in “Sprüche für Freundschaftsbuch, Poesiealben, Gästebuch” aus dem Dudenverlag Mannheim . Leipzig . Wien . Zürich.
Sonnabend, den 25.7.2009
las ich beim Umsteigen auf dem Bahnhof Halle auf einem Plakat. Die dortige Stadtbibliothek hat sich diesen außergewöhnlichen Aufruf einfallen lassen. Weiter ging er mit: “lies ein Buch”.
Ich muss gestehen, dass diese Aufforderung “Schock deine Eltern” meinen Schritt tatsächlich vor Überraschung stocken ließ. Ich wollte, ja musste sofort wissen, womit geschockt werden sollte und studierte das Plakat eingehend.
Es löste folgenden Film in mir aus: Die Mutter kommt von der Arbeit nach Hause, wird nicht von der üblichen, für sie stets zu lauten Musik aus dem Kinderzimmer begrüßt und ihr Sohn sitzt nicht gebannt vor Computer oder Fernseher, ist nicht genervt, weil sie ins Zimmer schaut. Denn das Zimmer ist leer. Sie schaut auf die Uhr, wundert sich, weil ihr zwölfjähriger Spross sonst freitags um diese Zeit immer zu Hause und mit nichts von seinen Heiligtümern wegzubekommen ist.
Sie geht ins Bad zum Händewaschen, ins Schlafzimmer zum Umziehen, brüht sich in der Küche eine Tasse Tee, die sie im Wohnzimmer noch in Ruhe trinken will, bevor sie sich in die Hausarbeit stürzt. Sie öffnet die Tür und lässt vor Schreck fast die Tasse fallen, denn auf der großen weißen Wohnzimmercouch liegt ihr Sohn und liest …
Freitag, den 24.7.2009

Es lädt ein zu Geduld und zum Zeitunglesen. Denn zumindest beim Zahnarzt, wo ich heute im Notdienst wartete, war wohl vor lauter Angst und Schmerz niemand zu einem lockeren Gespräch aufgelegt. So blieb für Ablenkungsmanöver nur das Blättern im Patientenmagazin des Universitätsklinikums Leipzig, wo ich Interessantes aus der Hirnforschung fand: unter der ungewöhnlichen Überschrift “Berührung ist ein Lebensmittel”.
Interviewt wurde der Leiter des hier ansässigen einzigen Haptiklabors in Europa, Privatdozent Dr. Martin Grunwald, vom Institut für Hirnforschung der Universität. Er betont, dass ein Mangel an Berührung, die nicht Sex meine, “das Gehirn veröden” lasse, dass junge Menschen ohne Berührung nicht reifen könnten, dass bei jeder Berührung das Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet werde, nach dem wir ein Leben lang hungern, das vor Stress schütze, Lebensenergie spende und weder durch schöne Worte oder zu Herzen gehende Filme noch sonst etwas ersetzt werden könne.
Er verweist auf die besondere Tragik dieses Umstands besonders für die alten und einsamen Alleinstehenden, die niemand mehr berühre, seit die verschiedenen Generationen nicht mehr beieinander leben und dadurch der früher für Omas und Opas selbstverständliche ständige und belebende Kontakt mit den Enkeln wegfalle.
Wenigstens eine Massage sollten sich diese Menschen hin und wieder gönnen oder sich mit Haustieren zum Kuscheln umgeben, empfiehlt Dr. Grunwald, der auch davon erzählt, dass der Tastsinn im Gegensatz beispielsweise zur Nase niemals schlafe.
Über eine bisher noch unbekannte Zahl von Rezeptoren gibt dieser Sinn Milliarden von Informationen an unser Gehirn weiter: über die Oberfläche, die Form, das Gewicht und den Bewegungszustand unserer Umwelt ebenso wie über das, was er in unserem eigenen Körper wahrnimmt.
Notwendig und angetrieben werden die Forschungen über die noch großen Geheimnisse des Tastsinns wohl vor allem auch deshalb, weil die Industrie zunehmend Dinge entwickeln will, die sich besonders gut anfühlen und deshalb beim Kaufen bevorzugt werden.
Aber unabhängig von all dem geht es mir nach dem Lesen dieses Artikels darum, Sie einmal ins Nachdenken darüber zu bringen, wie abhängig unser Entwicklungspotential von Berührungen ist – und das von der Kindheit bis ins höchste Alter.
Und vielleicht geht es Ihnen dann wie mir: Ich denke an meine diesbezüglichen Defizite, vor allem im Geben, und daran, wie leicht sich das meinen Lieben gegenüber ändern lässt. Oder?
Donnerstag, den 23.7.2009
Beim Unterwegssein und manchmal auch im Leben gilt: “Wenn du die Spur nicht wechselst, hast du keine Chance zu überholen.”
Mit dieser chinesischen Weisheit wünsche ich allen meinen Lesern und Kunden einen schönen Urlaub!
Mittwoch, den 22.7.2009