Das Zuhause – Ort der Zuflucht oder einer, den wir fliehen?

“Zu Hause dürfen wir uns verwöhnen. Wenn wir wollen, schauen wir uns mit einer Bierdose in der Hand das Fußballspiel an. Wir können uns so schick oder leger anziehen, wie es uns gefällt. Wir lümmeln uns in einer Jogginghose oder verdösen den Tag in einem Kaftan. Hier lackieren wir unsere Nägel, hören Musik, lesen Bücher oder baden stundenlang. Hier können wir tun und lassen, was wir wollen, können ganz wir selbst sein. Angesichts der Anforderungen der heutigen Zeit haben jedoch die Wenigsten oft Gelegenheit dazu. Wir stehen im letzten Moment auf, duschen, stürzen eine Tasse Kaffee hinunter und laufen zum Bus. Wir kommen spät nach Hause, essen rasch noch einen Bissen vor dem Fernseher und gehen schlafen. Am nächsten Tag beginnt alles wieder von vorn – eine einzige Hektik. Am Ende der Woche ist das Haus ein Riesenchaos mit Wäschebergen, überquellenden Mülleimern, ungeöffneter Post, verstreuten Klamotten und gähnender Leere im Kühlschrank. Unser Wochenende verbringen wir überall, Hauptsache nicht daheim, damit wir das ganze Durcheinander nicht ansehen müssen. Und um unserem chaotischen Leben einmal zu entkommen, buchen wir teure Urlaubsreisen.

So muss es aber nicht sein. Wie sehr man sein Zuhause mag, ist eine Frage der Zeit, die man dort verbringt. Versuchen Sie nicht, ihm zu entfliehen – machen Sie es zu Ihrer Zuflucht. Tun Sie etwas gegen das Chaos, lassen Sie Ihrem Zuhause dieselbe Sorgfalt angedeihen wie sich selbst.”

(Zitiert aus Tamsin Blanchard: “love your home wohnen wie es zu mir passt”, erschienen im Verlag Georg D. W.Callwey GmbH & Co. KG, München)


Mittwoch, den 6.5.2009

Keine Kommentare

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben